Original paper

Die Tübinger geologisch-paläontologische Universitäts-Sammlung.

Hennig, E.

Kurzfassung

In dieser Zeitschrift, Bd. 71, 1919, Monatsber. 1-4, S. 47 ff., hat Herr Stromer von Reighenbach als Paradigma einer Sammlungsanordnung, wie sie nicht sein soll, die Tübinger Sammlung, im ,stärksten Gegensatz" zu einer - ausländischen gewählt. Er hat aber nicht beachtet, wann und unter welchen Umständen er einen so ungünstigen Eindruck von ihr erhielt. Sein letzter Besuch fand nach eigener Angabe während des Krieges statt. In dieser Zeit wurde das Dachgeschoß des Instituts völlig neu ausgebaut, einmal, um das neugeschaffene Mineralogische Institut aufzunehmen, sodann um neue helle und geräumige Schausäle für die geologisch-paläontologische Sammlung zu schaffen. Daß in solcher Übergangszeit unter den erschwerenden Verhältnissen der Zeit nicht die wünschenswerte Ordnung gewahrt werden kann, liegt auf der Hand, und es ist übereilt, einen dadurch bedingten Eindruck vor breitester Öffentlichkeit zeitlich zu verallgemeinern. Einen wesentlichen Teil dar Wünsche, die Herr Stromer für die Verwaltung der Universitäts-Sammlungen zu erkennen gibt, hätte er schon vor Veröffentlichung der betreffenden Anregungen in Tübingen verwirklicht, weiteres eingeleitet oder vorbereitet finden können (siehe Jahresbericht des Instituts in den Jahresh. d. Ver. f. vaterl. Naturk. in Württemberg, 1919). Die Möglichkeit zu der seither in Angriff genommenen völligen Neu-Ordnung und -Aufstellung der Sammlungen hat aber lediglich die angedeutete tatkräftige Vorsorge meines Herrn Amtsvorgängers für die räumlichen Vorbedingungen eines solchen Unternehmens gewährt. In seinem Interesse und in Wahrung des Rufs der Sammlungen eines Quenstedt und Koken sehe ich mich zu diesem Hinweise genötigt.