Original paper

Über Coeloptychium Goldf. und Myrmecioptychium Schrammen.

Fritzsche, H.

Kurzfassung

Im Jahre 1912 begründete Schrammen in seiner vorbildlichen Monographie über die Kieselspongien Nordwestdeutschlauds innerhalb der Familie der Coeloptychidae Zittel die neue Gattung Myrmecioptychium. Sie ist bisher in zwei Arten bekannt geworden: die eine, Myrmecioptychium Bodei Schrammen stammt aus der tonigen Granulatenkreide von Braunschweig, die andere, Myrmecioptychium subagaricoides, wurde schon 1872 von Sinzow aus den Kreidemergeln der Gouvernements Seratow und Simbirsk in Rußland beschrieben. Myrmecioptychium Schr. stimmt in seiner schirm- oder pilzförmigen Gestalt, im Skelettbau und Kanalsystem völlig mit Coeloptychium Goldf. überein. Während aber bei Myrmecioptychium Schr. die auf den Faltenrücken befindlichen größeren Wandöffnungen auf warzenartigen Erhebungen liegen, die wie kleine erhabene Kratere auf der Unterseite des Schwammes erscheinen, sind sie nach Schrammen bei Coeloptychium Goldf. einfach in den Rücken der Falten eingelassen, ohne mit ihrer Umgebung aus der im großen und ganzen ebenen Unterseite des Schwammkörpers herauszuragen. In dem Auftreten oder Fehlen dieser Warzen liegt der einzige Unterschied zwischen beiden Gattungen. Ein sehr zahlreiches und gut erhaltenes Material von Coeloptychium-Arten aus dem Senon von Coesfeld und Darup in Westfalen befindet sich, von Schlüter gesammelt, im Museum des Geologisch-Palaeontologischen Instituts der Universität Bonn. Es erlaubt die interessante Feststellung, daß die warzenförmigen Erhebungen auf den Faltenrücken von Myrmecioptychium Schr. durchaus nicht auf die zu dieser Gattung gehörigen Arten beschränkt sind, sondern häufig auch bei typischen Coeloptychien sich finden. Die Warzen können bei Coeloptychium Goldf. niedrig sein oder wohl entwickelt; sie sind auf einzelne Falten beschränkt oder dem ganzen Stück allgemein. ...