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Zur Geologie und Morphologie der Umgebung von Bad Wildungen

Kranz, W.

Kurzfassung

I. Diabas und Culmkieselschiefer bei Bad Wildungen: 1917-1919 hatte ich Gelegenheit zu geologischen Studien im Diabas und Kieselschiefer bei Bad Wildungen. Aus der bisherigen Literatur darüber sei hier folgendes referiert: E. Waldschmidt verzeichnet u.a. in den Zimmergründen südwestlich Bad Wildungen beim heutigen Waldhaus Kieselschiefer, und südwestlich vom Waldhaus sowie nordöstlich vom Talbrunnen zwei getrennte Vorkommen von Diabas. ,In der Nähe derselben ist der (graue Ton-) Schiefer sehr häufig in kieselschiefer- und hornsteinähnliche Gesteine umgewandelt, so in der Nähe von Braunau, am Talbrunnen, in den Zimmergründen, am Bilstein. Auch findet man dort zahlreiche, bis zu 1 m Durchmesser erreichende Blöcke von graugrünem, weißgeadertem Quarz und Eisenkiesel, die zweifellos Diabaskontaktgesteine sind." Den harten Schiefer im Hangenden des Clymenienkalkes rechnet Waldschmidt zum Culm. ,Südlich von den Hauern bildet dieser Schiefer eine kahle, steile Bergwand, die ,rote Rutsche", an deren nördlichem Anfang noch eine isolierte, ungeschichtete Kalkmasse auftritt. Dicht über derselben ist in den Schiefer ein etwa 2 m mächtiges Diabaslager eingeschaltet, begleitet von einer ebenso mächtigen Kieselschieferbank im Hangenden, während die Schiefer im Liegenden wie gefrittet erscheinen." Waldschmidt hält also den Diabas dieser Gegend im allgemeinen für jünger als den Culmkieselschiefer, welcher danach im wesentlichen eine Kontaktbildung aus Culmtonschiefer am Diabas sein soll. Dementgegen hat A. Denckmann unzweifelhaft ältere körnige Diabase im Kellerwald festgestellt: In seinen ,Auenberger Schichten", Cypridinenschiefer des obersten Oberdevons, treten Diabase in einzelnen Decken auf, mit den Sedimenten wechsellagernd; wo sie auf devonischen Tonschiefern liegen, sind diese in der Regel im Kontakt verändert und in adinolartige Gesteine, in Spilosit usw. umgewandelt. ...