Original paper

Ein Profil durch den unteren Wellenkalk bei Treffurt

v. Freyberg, B.

Kurzfassung

Bisher sind zwei genaue Profile durch den unteren Wellenkalk des Thüringer Beckens veröffentlicht worden; das eine von E. Wagner (Rosental bei Zwätzen), das andere von Bornemann (Kirchtal bei Eisenach). Aus diesen Profilen ging schon hervor, daß die eingehende Gliederung des Wellenkalks sich nicht von einer Gegend auf die andere übertragen läßt, daß die Aufeinanderfolge der Bänke von Ort zu Ort wechselt und gleichmäßig durchgehende Horizonte, wie sie in anderen Formationen oft dicht übereinanderliegen, im unteren Wellenkalk fehlen. Selbst der einzige Horizont, der durch das ganze Thüringer Becken und darüber hinaus verfolgt werden kann, die Zone der Oolithbänke, keilt in seinem Grundtypus an vielen Stellen aus und wird durch andere Ablagerungen ersetzt. Auf diese Tatsachen hatte schon Bornemann hingewiesen. Den beiden Profilen sei ein weiteres aus dem westlichen Grenzgebiet Thüringens hinzugefügt, dessen Vergleich mit dem Jenaer und Eisenacher Profil den Wechsel der Schichtenfolge deutlich vor Augen führt. Besonders bemerkenswert ist das häufige Auftreten von Konglomeratbänken des Spiriferina-Banktypus und das gänzliche Fehlen konglomeratischen Wellenkalks. Ferner tritt 1,80 m über der Oolithbank beta eine weitere oolithische Bank auf. Der Wellenkalk ist weniger flaserig ausgebildet als in Ostthüringen. - Das Profil ist bei Treffurt am neuen Fahrweg nach der Adolphsburg aufgeschlossen. Außer dem unteren sind auch Teile des oberen Wellenkalks und des Rot der Beobachtung zugänglich. Hangendes: Untere Terebratelbank. 3,80 m bröckliger, ziemlich ebenflächiger Kalk, nach oben in dickere Bänke bis 12 cm Mächtigkeit übergehend, nach unten dem Typus des echten Wellenkalks sich nähernd 0,18 m dünnflaseriger Wellenkalk 3,80 m Bröckelkalk 0,04 m oben graues dichtes, unten konglomeratisches Bänkchen. Gerölle in gelber Grundmasse, die Crinoiden führt, in der oberen grauen Masse Bohrlöcher mit gelber Ausfüllung 0,18 m dickwulstiger Wellenkalk 0,41 m dichte graue Kalkbänke von 5-10 cm Mächtigkeit 0,08 m kristallinische gelbbraune Bank mit Crinoiden und einzelnen blaugrauen Kalkgeröllen u. weiter ...