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Paläontologisclie Miscellaneen

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

III - 1. Ober Hydractinien aus den mitteleocänen Tuffen von San Giovanni Ilarione in Venetien: In einem für die Kenntnis fossiler Hydrozoen grundlegenden Werke erwähnt G. Steinmann u.a. eine Hydractinia gregaria Schafhaeutl, die dieser ursprünglich aus dem Eocän des Kressenberges in Oberbayern als eine Spongilla beschrieben und abgebildet hatte. Steinmann fügt zum Schluß der Beschreibung auf Seite 110 hinzu: ,Sie findet sich sehr häufig (dem Verfasser liegen etwa 80 Exemplare vor) in den grauen und grünlichen Eisenflözen des Kressenberges in Südbayern (Maximilianflöz, Max-Emanuel-Flöz und Maurerschurf); außerdem, jedoch in sehr schlechtem Erhaltungszustand, im Eocän von San Giovanni Ilarione im Vicentinischen." Nun soll diese Hydractinia ein rein chitinöses Skelett besitzen, dessen Struktur bei der Fossilisation vollständig verloren gegangen sei. Es habe sich wohl nach seiner Einbettung noch einige Zeit erhalten können, so daß ein Abdruck der Oberfläche wohl möglich war. ,Das Gerüst selbst ging aber vollständig verloren, und an die Stelle desselben trat das Gesteinsmaterial." Ein derartiger Prozeß, wie ihn Steinmann hier ins Auge faßt, ist nun wohl bei normalen Sedimenten, wie es ursprünglich vielleicht die Eisenerze des Kressenberges waren, denkbar, er begegnet aber gewissen Schwierigkeiten bei einer von andauernder Säureentwicklung begleiteten Tuffbildung und bei einem lockeren Haufwerk von Gesteinstrümmern, wie dieses die Tuffe von San Giovanni Ilarione darstellen. Ein derartiges Sediment scheint mir sehr ungeeignet zur Erhaltung von Abdrücken chitinöser Formen, die immerhin nur unter den denkbar günstigsten Verhältnissen einige Zeit vor dem Zerfall bewahrt bleiben können. ...