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Farbreste auf der Schalenoberfläche eines Trocholites

Schuh, Fr.

Kurzfassung

In der Sammlung des verstorbenen Lehrers Lübstorf aus Parchim, welche jetzt vom Mineralog.-Geologischen Institut der Universität Rostock erworben wurde, war ein als Clymenia incongrua Eichwald bestimmtes Fossil, welches mir von Herrn E. Geinitz zur Bearbeitung überlassen wurde. Als Fundort war Ludwigslust angegeben. Es befindet sich jetzt in der Schausammlung der geol. Landesanstalt von Mecklenburg. Dieses Fossil, dessen Zugehörigkeit zur Familie der Nautilidae leicht zu erkennen war, zog meine Aufmerksamkeit durch eine an die Lobenlinie eines Goniatiten erinnernde Zeichnung auf der Oberfläche der Schale sofort auf sich. Bei näherer Betrachtung hat es den Anschein, als sei die Oberflächenschicht nur dort gut erhalten, wo sich die dunkleren Streifen befinden, während dazwischen die Schale wie leicht abgewetzt erscheint. Nun ist aber schon wegen der Regelmäßigkeit der Zeichnung eine Abwetzung kaum denkbar, völlig unmöglich erscheint sie, da auch der Abdruck der Schale im Gestein dieselben Figuren erkennen läßt. Daraus ergibt sich der Schluß, daß jene Stellen der Schale, welche dunkel erscheinen, von einer Substanz durchtränkt sein müssen, welche den dazwischen liegenden Partien fehlt. Denken wir an unseren rezenten Nautilus pompilius, dessen Oberfläche von braunen Farbstreifen in ziemlich unregelmäßiger Weise bedeckt ist, so drängt sich auch für dieses silurische Exemplar die Erklärung auf, daß es sich um gut erhaltene Beste der ursprünglichen Farbbänder handelt. Auch bei unserem lebenden Nautilus zeigen sich diese Farbbänder unabhängig von dem Verlauf der Zuwachslinien und bilden auf der Ventralseite und teilweise auch auf den beiden Seiten einfache Einbuchtungen. ...