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Beiträge zur Kenntnis des ,Rotliegenden" am Rande des Bayrischen Waldgebirges

Lehner, Alfons

Kurzfassung

Die im Süden durch die Alpen abgeschlossene, von Tertiär und Quartär gebildete Bayrische Hochebene endet nach Norden an einem unverkennbaren Abbruche gegen ältere Formationen, und zwar im Nordwesten am Rande eines mesozoischen Schichtgebirges, des schwäbisch-fränkischen Jura, im Nordosten hingegen am Fuße eines Grundgebirgsstockes, des Bayrischen Waldes. Der Verlauf dieses Einbruchsrandes wird an der Donauabbiegung zwischen Kelheim und Regensburg undeutlicher und zerfällt dadurch in zwei nicht ganz gleichwertige Teile; doch dürften wohl beide durch die gleiche, alpine Ursache geschaffen und auch zu fast gleicher Zeit entstanden sein. Allerdings war mangels hinreichender Tiefbohrungen bis vor kurzem über Art, Zeit und Mächtigkeit dieser morphologisch und geologisch bedeutsamen Abbruchslinien wenig Sicheres bekannt. Erst durch zwei im Jahre 1909 bei Straubing niedergetriebene Bohrungen wurde wenigstens für die östliche dieser Randverwerfungen zwischen Regensburg und Passau einiger Aufschluß gewonnen. Die Ergebnisse jenes auf Erbohrung von Steinkohlen gerichteten Unternehmens hat Rothpletz auf Grund des ihm vorgelegten Materials eingehend verwertet. Indessen haben die Folgerungen dieses Autors schon bald darauf erheblichen Widerspruch gefunden, indem W. Kranz versuchte, die dortigen Lagerungsverhältnisse in etwas anderer Weise darzustellen. Immerhin halte ich auch des letzteren Annahmen noch nicht für geeignet, die Tektonik am Südrande des Bayrischen Waldes richtig zu deuten, weshalb ich an Hand der bisherigen Beobachtungen die Lagerung der Schichten, vor allem das angebliche ,Rotliegende" im Untergrunde der Donauebene von anderen Gesichtspunkten aus erklären möchte. ...