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Die Geschichte der chinesischen Gebirge

Solger

Kurzfassung

Ich verließ Deutschland Anfang 1910 und unterrichtete bis 1913 an der Universität Peking. Währenddessen konnte ich nur die Ferien zu geologischen Reisen benutzen, und ich beschränkte mich deshalb zunächst auf die weitere Umgebung von Peking. Im Jahre 1913 begann dann aber die chinesische Regierung mit der Einrichtung einer geologischen Reichsaufnahme und betraute Herrn Ting Wen Kiang und mich mit der Leitung. Ich war in dieser Arbeit 1913 und 1914 in Chili, Shansi, Shantung, Kiangsu, Anhui und Kiangsi und kehrte eben von meiner zweiten Erkundungsreise zurück, als der Krieg ausbrach. Ich ging an die Front nach Tsingtau und kam bei der Uebergabe der Festung im November 1914 in japanische Gefangenschaft, aus der ich im April dieses Jahres wieder zurückgekehrt bin. So war meiner geologischen Arbeit in China leider ein rasches Ende bereitet. Ich hatte im wesentlichen die Umrahmung der Großen Ebene gesehen. Ich hatte dann während der Gefangenschaft Gelegenheit, meine Beobachtungen zusammen mit denen V. Richthofens, Loczys, Bailey Willis' und Blackwelders, vor allem auch mit der gründlichen Übersicht zu verarbeiten, die Tiessen und Frech in den Schlußbänden des Richthofen erkes über unsere bisherigen geologischen und palaeontologischen Kenntnisse von China gegeben haben. Das Bild, das sich aus diesem Stoffe formte, soll im folgenden geschildert werden. Es würde vermessen erscheinen, nach so kurzem Aufenthalt in China ein solches Bild entwerfen zu wollen, wenn nicht einerseits so grundlegende Arbeiten wie die V. Richthofens schon vorhanden wären, die durch Loczy und die Carnegie-Expedition in wichtigen Punkten ergänzt worden sind, und ...