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Die Höttinger Brekzie am Geologenstollen bei Innsbruck

Gürich, G.

Kurzfassung

Die Höttinger Brekzie bildet namentlich seit Pencks ,Vergletscherung der deutschen Alpen" 1882 ein ständiges Kapitel in allen Lehrbüchern; sie gilt nicht nur als ein wichtiges Beispiel für ein ,Interglaziale", sondern auch als eine hervorragende Stütze für die Auffassungen des Polyglazialismus, wie auch Ampferer zugibt. Pencks Auffassung fand in A. Böhm und Blaas eifrige Verteidiger. Eine neue zusammenfassende Darstellung gab Penck in Penck-Brückner: ,Die Alpen im Eiszeitalter" 1909, S. 383. Hier auch eine Zusammenstellung der Literatur. Die überaus wichtige Flora und deren phänologische und ökologische Beziehungen wurden durch Wettstein eingehend bearbeitet (Denkschr. d. Math.-Nat. Kl. d. Akad. d. Wiss. in Wien 59, 1892.) Nachträge hierzu lieferte Blaas 1912. Gegen Pencks Auffassung haben sich, soviel ich weiß, nur Rothpletz und Lepsius aufgelehnt, also zwei Autoren, die dazu neigten, ihre eigenen Gedankengänge nicht ohne weiteres aufzugeben. Die Wichtigkeit des Vorkommens veranlaßte mich, den Punkt wiederholt aufzusuchen, zum erstenmal 1911 (Sitzungsber. d. Hamb. Naturw. Vereins, 1911). 1912 wurde auf Betreiben von Lepsius der Versuchsstollen angelegt. Über diesen berichtet Ampferer am 12. Februar 1914 in der Sitzung der Math.-Nat. Kl. d. Akad. d. Wiss. in Wien, und eine ausführlichere Darstellung der gesamten Sachlage gibt er in der ,Zeitschr. f. Gletscherkunde", Bd. 8, 1913/14, S. 145. Ampferer vertritt den Standpunkt Pencks besonders nachdrücklich. Die letzte Mitteilung von Lepsius findet sich in den Sitzungsber. d. Preuß. Akad. d. Wiss. 1914, Phys.-Math. Kl., S. 622. - Er folgt Ampferers Beweisführung und gibt seinen alten Standpunkt auf. ...