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Die Flachmeersäume und die Gesetzmäßigkeit ihres geologischen Baues

Weigelt

Kurzfassung

Die meisten Sedimente, die der Geologe untersucht, sind Bildungen der Flachsee, Absätze flacher, verlandender; zeitweise sinkender Küsten, an denen sich hochbedeutsame Mischungs- und Entmischungsvorgänge abspielten, deren Gesetzmäßigkeiten zu entschleiern die ontologische Methode gestattet. Wir haben Flachmeere - heute und in geologischer Vergangenheit -, an denen die Wirkung von Ebbe und Flut, voll zur Geltung kommend, den Sedimenten ihren Charakter aufprägt, und solche, wo dieser sedimentpetrographisch überaus wichtige und entscheidende Faktor so gut wie keine Rolle spielt. Gibt es aber Kennzeichen von Kriterien dafür, ob Sedimente unter dem Einfluß von Ebbe und Flut zum Absatz kamen oder nicht? Es ist erstaunlich, wie ungewiß diese Frage noch ist, und wie wenig sie von seiten der Sedimehtpetrographie geprüft worden ist. Außer rein physikalischen Betrachtungen bedarf es ausgiebiger biologischer Untersuchungs- und Beobachtungsarbeit, um zum Ziele zu kommen. Nachstehend soll auseinandergesetzt werden, welche Aussicht auf Erfolg sich bietet, wenn man die geologisch erhaltungsfähigen Hartgebilde der Meeresorganismen und ihre Verteilung in den Absätzen der Gegenwart untersucht. Zum Vergleich sehr geeignet erscheinen die Verhältnisse in der Nordsee, wo Ebbe und Flut eine sehr beträchtliche Rolle spielen, und in der Ostsee, wo dieser Faktor ostwärts bis zur Bedeutungslosigkeit herabsinkt. Das Problem gliedert sich also in zwei Teilfragen. I: Findet die Einschaltung der erhaltungsfähigen Molluskenreste in den Küstensedimenten der Nordsee nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten statt, die nicht auf. ...