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Über einige Aufschlüsse im Devon des Gouvernements Pleskau

Burre, Otto

Kurzfassung

Den folgenden Ausführungen liegen Beobachtungen zugrunde, die ich während meiner Tätigkeit als Kriegsgeologe im Gouvernement Pleskau im Herbst des Jahres 1918 gemacht habe. Die Anregung dazu erhielt ich durch den wissenschaftlichen Leiter der Geologengruppe des Vermessungsstabes Baltenland, Herrn Professor Dr. Philipp, dem ich auch an dieser Stelle meinen Dank dafür ausspreche. Wie im norddeutschen Flachland sind die Aufschlüsse des älteren Gebirges im Gouvernement Pleskau verhältnismäßig selten: Wie ein großes Tuch bedecken glaziale Schichten von geringerer oder größerer Mächtigkeit fast das ganze Gebiet, und gleichsam wie durch Locher in dieser Decke kommt das Anstehende zu Tage, teils in natürlichen Aufschlüssen wie in den oft recht tiefen Flußtälern, teils durch Menschenhand in Stein- und Gipsbrüchen bloßgelegt. Namentlich sind es die 10 m und mehr hohen Steilufer der Welikaja, eines bei Pleskau etwa 180 m breiten Flusses, der sich in den Peipussee ergießt, die die Unterlagen zu dieser Arbeit geliefert haben. Dazu kommen die gleichen Bildungen an der Gamionka, einem linken Nebenfluß der Welikaja, der diese erst kurz vor der Mündung erreicht Diese Aufschlüsse sind im allgemeinen recht gut, da sie vielfach auf lange Strecken ganz vegetationslos sind und häufig durch einen regellosen Steinbruchbetrieb - jeder holt sich seine Steine dort, wo es ihm gut dünkt - frisch und offengehalten werden. Freilich ist das Profil, das sie zu liefern vermögen, nicht von großer Mächtigkeit, infolge der fast ebenen Beschaffenheit des Landes und der später zu besprechenden nahezu söhligen Lagerung der Schichten. Weniger Berücksichtigung konnten die Aufschlüsse in der Gegend von Isborsk, einem kleinen, etwa 30 km südwestlich von Pleskau gelegenen Städtchen, finden, ebenso diejenigen an den Ufern des Kudjeb, eines linken Nebenflusses der Welikaja, und bei dem Städtchen Petschory an der Eisenbahnstrecke Walk-Pleskau. ...