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Kupferschiefer und Kupferschiefermeer

Pompeckj, J. F.

Kurzfassung

In erster Linie waren es paläogeographische und paläobionomische Ziele, welche ich vor sechs Jahren bei der Erörterung der Art des Kupferschiefermeeres verfolgte (s. Branca-Festschrift, S. 444-494; 1914). Das bituminöse Gestein, der eigenartige Fossilinhalt mit der auffallenden Armut an marinem Benthos, der Gehalt an sulfidischen Erzen, deren Ausscheidung ich als dem Gestein syngenetisch auffasse, zwangen mich zu dem Schluß: Die durch den Kupferschiefer ausgedrückte Phase unseres mit dem Zechsteinkonglomerat einsetzenden Zechsteinmeeres war beherrscht von Bedingungen, wie sie jetzt dem Pontus eigen sind. An dieser Deutung habe ich auch nach den neueren Ausführungen von Joh. Walther nichts zu ändern. Es ist mir nun eine große Genugtuung, daß Herr Beyschlag in seinem Vortrage ,Zur Frage der Entstehung des Kupferschiefers" d. Monatsber. S. 318 mit seinen reichen Erfahrungen auf den Gebieten der Lagerstättenforschung dem Grundgedanken meiner Ausführungen zustimmt - insofern, als auch er den Kupferschiefer als ein ,fossiles schwarzes Meer" auffaßt und insofern, als er wenigstens eines seiner Metallsulfide, den Schwefelkies, als syngenetisch anerkennt. Der Parallele mit Alaunschiefern, deren Entstehungabedingungen wie diejenigen des liasischen Posidonomyenschiefers denen des Kupferschiefers in vielem gleichen, möchte ich meinerseits vollkommen beipflichten. In bezug auf die Kupfersulfide gehen unsere Anschauungen allerdings auseinander. Beyschlag hat uns mit der Fülle seiner Gründe für die im Gefolge aszendenter Lösungen sich abspielende Epigenese dieser Erze, deren Charakter als Zementationserze seit langem von Krusch betont worden ist, vertraut gemacht. ...