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,Streifenbüschel" bei Ammoniten, Ein Beitrag zur Organisation des Ammonitentieres

Wepfer, E.

Kurzfassung

In den folgenden Zeilen sei die Aufmerksamkeit auf eine Skulpturform der Ammonitenschale gelenkt, die meines Wissens bisher noch nicht die nötige Beachtung gefunden hat. Fast in allen Sammlungen sind wohl die schönen Schalenexemplare von Placenticeras aus der Oberen Kreide der Bad Lands (Dakota) vertreten. Die Schale besteht aus verschiedenen, konzentrischen Lagen, und zeigt meist durchweg Perlmutterglanz. Nur auf ihr, niemals auf dem Steinkern, und zwar öfters auf den verschiedenen Lagen in verschiedener Intensität zeigt sich die Skulptur, von der hier die Rede sein soll. Placenticeras hat im allgemeinen folgende Schalenskulptur: Nahe dem Nabel und etwa auf dem äußeren Drittel der Flanken verläuft, mehr oder weniger ausgeprägt, je eine Knotenreihe; ferner ist eine Doppelreihe in die Länge gezogener Knoten auf der Externseite ausgebildet. Alle Knoten der Flanken können bis zu völliger Glätte der Schale schwinden; die auf dem äußeren Flankendrittel verlaufenden sind manchmal als nach vorn konkave, sichelähnliche Höcker angedeutet. Im übrigen zeigt die Schale eine feine, sichelförmige Streifung, wie bei manchen anderen Ammoniten. Außer diesen zeigt sich aber bei sämtlichen mir verfügbaren Schalenexemplaren folgende Skulptur: Auf der äußeren Hälfte der Flanken verlaufen Büschel von wulstförmigen, länglichen Erhebungen, die nach innen zu, d. h. nach der Mündung entgegengesetzter Seite leicht, wie die gespreizten Finger einer Hand, divergieren. Zwischen den einzelnen Wülsten liegen naturgemäß entsprechende leichte Vertiefungen. Büschel reiht sich an Büschel, und die Mitteläste eines jeden von ihnen setzen sich, nur undeutlich unterbrochen, in diejenigen des nächstfolgenden fort, so daß in diesem Mittelteil der spiralig aufeinanderfolgenden ,Streifenbüschel" beinahe eine regelmäßige Spiralstreifung der Schale entsteht, die an diejenige des Amaltheus erinnert. ...