Original paper

Mikroskopischer Coelestin im Röt von Jena als geologische Erscheinung

Kalkowsky, Ernst

Kurzfassung

Mikroskopischer Coelestin als Gemengteil von sedimentären Gesteinen bedarf außer einer Darlegung seiner Erscheinungsweise und damit seiner Kennzeichen auch noch der Angaben, mit welchen anderen Mineralien er vergesellschaftet ist; daran aber knüpft sich die Frage nach seiner Herkunft und der Versuch, mit Erwägungen über die Grenzen der Beobachtung hinauszugehen. Er wurde im Röt von Jena in zwei ganz verschiedenen Gesteinen, im untersten Gips und im Rhizocorallium-Dolomit, gefunden. Seine Begleiter erscheinen auch in anderen Gesteinen des Rotes und des Muschelkalkes. Untersucht wurden 12 Vorkommnisse von Gips von Jena, 4 andere von Nebra und von Bad Blankenburg in Thür., 4 Dolomite und 3 Quarzite von Jena und Bad Blankenburg, 2 Mergel von Jena und mehrere Kalksteine des Muschelkalkes von dort. Die Stücke habe ich zum Teil selbst gesammelt, einige wurden dem Mineralogischen und geologischen Museum in Dresden entnommen, und reichlichere Mengen der Coelestin führenden Gipse sandte mir mein alter Freund Karl Kirsche vom Min.-geol. Institut in Jena. An den Teufelslöchern unterhalo der Sophienhöhe auf dem rechten Ufer der Saale gegenüber Jena steht der unterste Gips des Rotes, auf eine Strecke von mehr als 50 m gut aufgeschlossen, zum Teil in se, krechter Wand, an. Ich sammelte dort Gips aus der von E. Zschimmer als Quarze führend angegebenen Schicht rötlichen Gipses (Sophienhöhe I und II), je 0,5 m darüber und darunter, aus höheren Lagen 5 und 7 m über der Straße, auch porphyrischen und zum Teil tonreicheren Gips. Nur in dem von Zschimmer angegebenen Horizont kommt mikroskopischer Coelestin vor; demselben Horizont gehört der Coelestin führende Gips von nahe der Gemdenmühle zwischen Jena-Ost und Wogau an, der in Luftlinie 3 km von dem der Sophienhöhe entfernt ist. Den Coelestin führenden Rhizocorallium-Dolomit entnahm ich in drei Stücken dem Dresdener Min.-geol. Museum. ...