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Die Homomyen und Pleuromyen des Muschelkalkes der Heidelberger Gegend

Bender, Gisela

Kurzfassung

Vorwort: Eigentlich sollte man glauben, daß eine so gut bekannte und durchforschte Formation wie der Muschelkalk wenig Stoff biete für weitere, wissenschaftliche Arbeiten. Es sind wohl schon die meisten Versteinerungen dieser Schichten beschrieben, jedoch zum großen Teil mehr oder weniger unsystematisch, indem die Verfasser meist nur die verschiedenen Arten aufstellten, die sie in ihrem Arbeitsgebiet gefunden hatten. Selten, daß der eine oder der andere näher auf eine Form einging. Zu einer vergleichenden Untersuchung aller oder der meisten Arten einer bestimmten Gattung sind bisher nur recht wenige Forscher übergegangen. Daher war es von großem Interesse, als nach und nach Abhandlungen über einzelne Invertebratengattungen und Arten erschienen, H. Credner, N. Jahrb. f. Min. 1851: Gervillien der Trias in Thüringen. E. Philippi, N. Jahrb. f. Min. 1902, I: Zur Stammesgeschichte der Pectiniden. A. Riedel: Beiträge zur Paläontologie und Stratigraphie der Ceratiten des deutschen Oberen Muschelkalkes, Berlin 1906. E. Stolley: Über einige Ceratiten des deutschen Muschelkalkes, Berlin 1916. Damit ist der Anfang gemacht, die ganze Muschelkalk-Invertebratenfauna monographisch darzustellen. Die Vertebraten sind teilweise schon von F. von Huene und vor allem von H. v. Meyer beschrieben. Wie der Name Muschelkalk schon sagt, ist für diese Formation das Heer der Muscheln am bezeichnendsten. Es ist daher verständlich, daß gerade ihre Kenntnis von allgemeinerem Interesse ist. Unter den häufigeren Muschelarten wären zu nennen die Gervillien, Hoernesien, Limen, Pectines, Myophorien, und das Heer der sog. ,Myaciten". Während man die anderen Muschelarten schon mit richtigen Gattungsnamen belegt hat, so laufen die ,Myaciten" in der Literatur meist nur unter diesem nicht genauer definierten Namen. ,Was man nicht definieren kann, spricht man als ,Myacites' an." Durch Herrn Geheimrat Prof. Dr. W. Salomon und Herrn Redakteur König veranlaßt, habe ich nun versucht, in dieses Chaos von wenig charakteristischen, vielfach durch Übergänge verbundenen, sehr oft verdrückten und wenig skulptierten Muschelsteinkernen etwas Ordnung zu bringen. Vollständige Klarheit konnte ich, mit dem mir zur Verfügung stehenden Material, leider nicht schaffen, da nirgends etwas von Schloß-, Mantel- oder Muskeleindrücken erhalten ist. Allein Giebel, 1856, fand bis jetzt Schalen von Myaciten, Näheres hierüber Seite 91. ...