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Alter und Entstehung der Gesteine der Lößgruppe in Oberbayern

Koehne, W.

Kurzfassung

Vom Jahre 1909 bis zum Ausbruch des Krieges habe ich zusammen mit F. Münichsdorfer ungefähr neun Meßtischblätter bei München und Mühldorf a. Inn geologischbodenkundlich aufgenommen. Diese Aufnahmen wurden auf den bayerischen Katasterblättern im Maßstabe 1 : 5000 bewirkt, so daß es möglich war, alle Aufschlüsse und Bohrungen mit sehr großer Genauigkeit festzulegen. Für die Veröffentlichung sind die Karten dann vom aufnehmenden Geologen noch in die Meßtischblätter 1 : 25 000 übertragen worden. Obwohl zahlreiche Aufschlüsse vorhanden waren, haben wir das Gebiet mit einem dichten Netz von Bohrungen (mit dem 1 1/2-m-Bohrer) überzogen und auch in größerer Zahl Aufgrabungen vornehmen lassen, so daß es möglich war, die Bodenverhältnisse im Gelände sehr eingehend kennen zu lernen. Auch wurden Schlämmanalysen mit dem Kopeckyschen Apparat in großer Zahl ausgeführt. Auf die Bedeutung der Schlämmanalysen und ihrer zeichnerischen Darstellung auch für geologische Fragen hat bereits Siegert 1912 hingewiesen. Da nun auf allen aufgenommenen Blättern Gesteine der Lößgruppe vorkamen, so bot sich reiche Gelegenheit, auch Unterlagen zur Beurteilung von Alter und Entstehung dieser Gesteine zu sammeln. Von den in Betracht kommenden Blättern sind Gauting, Baierbrunn und Ampfing erschienen; Pasing, Dachau, Schleißheim, Mühldorf, Neuötting, Winhöring, Taufkirchen, Gars a. Inn waren bei Kriegsausbruch ganz oder teilweise aufgenommen. Ich muß zunächst einige Worte über den geologischen Bau des Aufnahmegebietes vorausschicken, der in den Grundzügen bereits vor Beginn der Spezialaufnahme, durch Penck, v. Ammon und andere geklärt worden war. Das älteste Gestein des Diluviums ist hier die Deckenschotter-Nagelfluh, die in einigen Aufschlüssen zutage tritt (vgt Blatt Gauting, Baierbrunn). ...