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Zwei große, zweizehige Fährten hochbeiniger Bipeden aus dem Wealdensandstein bei Bückeburg

Ballerstedt, Max

Kurzfassung

Am Schluß des Jahres 1904 grub ich im großen Steinbruch des Harrl im Wealdensandstein, um festzustellen, ob sich unter den in einer Schicht jenes Bruches besondere häufig auf tretenden Dinosaurierspuren Fährten eines großen, bipeden vierzehigen Sauriers befanden, wie es eine von dort stammende, aber schadhafte Fährte wahrscheinlich machte. Das Ergebnis war das erhoffte; neben zahlreichen dreizehigen Fährten großer, zweifüßiger Saurier konnte aus jener Schicht eine größere Zahl von Fährten gewonnen werden, welche außer den drei großen, nach vorn gerichteten Zehen eine ziemlich kräftige, spornartige Innenzehe aufweisen, die schräg nach innen und hinten gerichtet ist. Hierüber habe ich in der Naturwissenschaftlichen Wochenschrift 1905, Nr. 31, berichtet und die Vermutung ausgesprochen, daß die vierzehigen Fährten vermutlich Raubsauriern angehören. Neben diesem erhofften Erfolg zeitigte diese Grabung aber noch ein unerwartetes Ereignis. Es fand sich unter der Ausbeute eine Fährte, die, wie ich an der genannten Stelle angegeben habe, nach meiner Überzeugung einem großen zweizehigen Tier zugeteilt werden müsse, da an der Fährte nirgends eine Bruchstelle vorhanden sei, an der eine weitere Zehe angesetzt haben könnte, und da die Bildung des Fußes mit seinen zwei Zehen den Gesetzen der Mechanik für die Fortbewegung eines großen, schweren Tieres vorzüglich an gepaßt erscheine. Der Umstand, daß neuerdings Herr O. Abel in Wien der Fährte großes Interesse entgegenbrachte, veranlaßte, daß ich mich mit der Fährte noch einmal eingehend beschäftigte. ...