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Die stratigraphisch wichtigen Inoceramen des norddeutschen Turons

Seitz

Kurzfassung

Die vielfachen Irrtümer in der Literatur über die Auffassung der Formen, die sich um den Inoceramus Lamarcki Park. gruppieren, haben durch die Woodssche Monographie über die Lamellibranchiaten der englischen Kreide bis zu einem gewissen Grade ihre Aufklärung gefunden. Von den stratigraphisch wichtigen, bisher aber nur durch schlechte und zweifelhafte Abbildungen bekannten, alten, englischen Originalen werden zum erstenmal modernen Anforderungen entsprechende Reproduktionen und Beschreibungen gegeben. So sehr dieser Fortschritt zu begrüßen ist, so wird er doch in hohem Maße dadurch gemindert, daß der englische Autor verschiedene Formen, die man in Deutschland bisher als Leitfossilien einzelner Stufen zu betrachten gewohnt war, mit einem einzigen Artnamen belegte, und zwar nur mit der Begründung, daß die einzelnen Varietäten dieser Art durch Übergänge miteinander verbunden seien. Joh. Böhm hat bereits auf die für die deutschen Verhältnisse geradezu verwirrende Tatsache hingewiesen, daß Woods den Inoceramus Lamarcki Park. einschließlich der hierzu gestellten Varietäten von der Zone der Rhynchonella Cuvieri bis zu der des Micraster coranguinum hinauf anführt und daß sogar das Parkinsonsche Original des I. Lamarcki ebenso wie das Mantellsche Original des I. Brongniarti wahrscheinlich aus dem obersten Horizont entstammen soll. Danach bestünde eine sehr große vertikale Verbreitung von Formen, die man in Deutschland nur in das Turon zu stellen gewohnt ist, während aus dem Emscher andere Arten vorliegen. Die Ergebnisse, die im folgenden niedergelegt sind, stützen sich lediglich auf das reichhaltige Sammlungsmaterial der Preuß. Geologischen Landesanstalt. Daher sind Schlußfolgerungen in stratigraphischer Beziehung nur bis zu einer gewissen Grenze möglich und bei weitem nicht abschließend. Der Zweck dieses Vertrages ist erfüllt, wenn es mir gelingt die einzelnen Arten des Turons schärfer zu umreißen und nachzuweisen, wieweit sie sich stratigraphisch verwerten lassen. ...