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Über die Struktur und Entstehung der Lothringischen Minetteerze

Berg, Georg

Kurzfassung

Einleitung: Ein längerer Aufenthalt während des Krieges im Gebiet der Lothringischen Jura-Eisenerze und die Befahrung der meisten französischen und eines Teils der deutschen Minettegruben, sowie die Untersuchung einer Anzahl von Bohrstellen gab Gelegenheit, ein großes Material von Proben reichen, armen und vertaubenden Minetteerzes zu sammeln und im Laufe des ersten Jahres nach dem Kriege makroskopisch und vor allem mikroskopisch zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen seien im folgenden zusammengestellt und zwar sollen vor allem die beobachteten Tatsachen geschildert, erst am Schluß die daraus sich ergebenden Folgerungen über die Art der Entstehung der Erzlager gegeben werden. Die Literatur über die Genesis der Minetteerrze ist bereits ziemlich umfangreich, die meisten Theorien stützen sich aber nur auf allgemein-geologische und chemische Beobachtungen, die Mikrostruktur, die für die genetische Erklärung von besonderer Wichtigkeit ist, wurde nur ausnahmsweise, am sorgfältigsten von Van Wervecke, zu Rate gezogen. Die französischen Forscher haben sich meist mit mikroskopischen Studien vor Aufstellung ihrer Theorien über die Erzentstehung nicht abgegeben, und doch sind gerade die in den westlichen, tieferen Teilen des Beckens liegenden Erze für solche Untersuchungen viel geeigneter als die deutschen, die zum großen Teil im Tagebau und Stollenbau, also über dem Grundwasserspiegel gewonnen werden, und daher wesentliche Umsetzungen zeigen; Umsetzungen, die vor allem durch reichliche Ausscheidung von sekundärem Eisenoxydhydrat das Bild des mikroskopischen Präparats oft bis zur Unkenntlichkeit trüben. Oolithkörner: Die häufigste und einfachste Erscheinungsform der Minetteerze zeigt uns konzentrisch-schalige Brauneisenerzoolithe in Kalkgrundmasse. Die schalige Struktur ist meist sehr deutlich entwickelt, eine konzentrisch strahlige Anordnung, wie wir sie bei den Brauneisenerz-Glasköpfen neben dem schaligen Bau beobachten ist niemals entwickelt, die einzelnen Schalen erscheinen vielmehr kryptokristallin oder amorph. ...