Original paper

Versuch einer Paläogeographie des europäischen Oberdevonmeeres

Schindewolf, O. H.

Kurzfassung

Einleitung: Im Anschluß an meine Studien über das Oberdevon in der Umgegend von Hof in Oberfranken (Lit.-Verz. 122-124) habe ich Gelegenheit genommen, zunächst die übrigen deutschen Oberdevonvorkommen und sodann auch die des außerdeutschen Europas in den Kreis meiner Untersuchungen einzubeziehen. Es geschah das einerseits, um festzustellen, ob die durch R. Wedekind (L.-V. 139-146) für das Rheinische Gebirge angenommene und durch mich in einigen wenigen Punkten erweiterte Stufen- und Zonenfolge des Oberdevons auch für dieses größere Gebiet allgemeine Anwendbarkeit besitzt, und anderseits, um zu einer einheitlichen Erfassung der Besonderheiten des europäischen Oberdevons auf paläogeographischer Grundlage zu gelangen. Was den ersten Punkt anlangt, so habe ich die Genugtuung, mitteilen zu können, daß sich die durch A. Denckmann (L.-V. 25-32) inaugurierte und von Wedekind im einzelnen ausgearbeitete und biostratigraphisch begründete Oberdevongliederung überall bewährt hat, wo nur immer Oberdevon in Cephalopodenfazies auftritt. Hinsichtlich meiner Untersuchungen über die Paläogeographie des europäischen Oberdevons ist zu bemerken, daß es sich dabei naturgemäß nur um einen ersten tastenden Versuch handeln kann, da die zurzeit vorliegenden Daten zu einer abschließenden Behandlung bei weitem noch nicht ausreichend sind. Zwei Wege sind es, die nach Dacqué (L.-V. 20, S. 302) bei der Rekonstruktion paläogeogräphischer Verhältnisse eingeschlagen werden können, das sind einmal Untersuchungen über den Faunencharakter räumlich weit voneinander entfernter Vorkommen zur Feststellung der allgemeinen Ausdehnung einstiger Meeresbecken und zum andern das Sammeln positiver stratigraphischer Beobachtungen namentlich in solchen Gegenden, wo man den Verlauf der ehemaligen Meeresküsten vermutet. ...