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Über Brissopneustes danicus Schlüter im Diluvium von Berlin

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Im Jahre 1897 beschreibt Schlüter in einer äußerst bemerkenswerten, hervorragend kritischen und vollständigen Studie u.a. unter dem Namen Brissopneustes danicus und B. suecicus zwei neue Echinidenarten der baltischen Kreide, die sich bis dahin ausschließlich in deren obersten Schichten, dem Danien, auffanden und welche dieses daher gut charakterisieren. Es sind dies Formen, welche bisher mit Micraster-Arten, wie M. breviporus Ag. oder M. Leskei Klein, von den verschiedenen Autoren verwechselt worden waren, wie mit dem Spatangus Amygdala Goldf. der Aachener Kreide. Nachdem Schlüter verschiedene, für den Vergleich etwa noch in Frage kommende Gattungen, wie Micraster und Cyclaster, durchmustert und ihre Ungeeignetheit für die Einreibung dieser neuen Typen bewiesen hat, legt er dar, daß diese primitiven Spatangiden wegen des Auftretens von nur drei Genitalporen in ihrem Scheitelschilde und der von derjenigen der übrigen Fühlergänge abweichenden Beschaffenheit ihres vorderen Ambulacrum sich nur an die Gattungen Isopneustes Pomel aus dem Danien der Pyrenäen und Brissopneustes Cotteau aus dem Eocän von Alicante in Spanien anschließen lassen. Da nun aber das Genus Isopneustes neben der Subanal-Fasciole auch eine Peripetalis besitze, diese dagegen den baltischen Stücken, wie der Gattung Brissopneustes, vollkommen fehle, so seien die nordeuropäischen Kreidearten bei dieser letzteren Gattung einzureihen. Schlüter unterscheidet nun zwei Arten, von denen die erste, der B. danicus, sich im Danien des Faxoekalkes auf, Seeland und Nordjütland findet. ,Wahrscheinlich", fährt er fort, ,gehört die Art auch dem norddeutschen Diluvium als Geschiebe an. Darauf deutet vielleicht auch die mehrfache Angabe des Vorkommens von dem oben besprochenen Spatangus Amygdala Goldf. in unserem Diluvium", und es wird hier auf Zitate von Gottsche, E. Geinitz und v. Hagenow zurückgegriffen, von denen E. Geinitz in seiner sehr vollständigen Monographie der Kreidegeschiebe Mecklenburgs und ihrer Faunen Spatangus Amygdala Goldf. als im Saltholmkalk sehr häufig angibt. ...