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Grundwasserverhältnisse im hessischen Teil der Rheinebene

Steuer

Kurzfassung

Es wird bekannt sein, daß ich im Dezember 1910 die Anregung gab, einen ständigen Grundwasserbeobachtungsdienst in Hessen einzurichten. Sie wurde von der Regierung angenommen. Nach den nötigen Vorarbeiten konnte 1912 mit den Beobachtungen begonnen werden. Etwas später setzten auch andere deutsche Staaten, meines Wissens folgte zuerst Bayern, dann Preußen, Baden, Mecklenburg, Sachsen, mit ähnlichen Arbeiten ein. Leider konnte unser Dienst noch nicht so ausgebaut werden, wie es geplant ist, weil der Krieg dazwischenkam, jetzt aber ist wieder, namentlich auf Wunsch der Forstverwaltung, eine Reihe neuer Beobachtungspunkte eingerichtet worden. Trotz der hohen Kosten habe ich die Messungen in Kurven veröffentlicht, weil sie sofort einen Überblick gestatten. Tabellen würden unleserlich sein. Ein besonders glücklicher Umstand war es, daß das Darmstädter Wasserwerk schon seit 1880 einen vom Pumpwerk unbeeinflußten Brunnen beobachten läßt und die Ergebnisse zur Verfügung stellte, so konnte an dieses wertvolle Material gleich angeschlossen werden. Betrachten wir diese in Schaulinien aufgetragenen Beobachtungen I Oben sind die Summen der Jahresniederschläge vom 1. IV.-1. IV. und ebenso die, mittleren Jahreswasserstände, unten dasselbe für die einzelnen Monate dargestellt. Der allgemeine Wasserspiegelabfall seit 1880 bis heute ist deutlich ausgeprägt, wenn auch Schwankungen vorhanden sind. Einzelne besonders trockene Jahre heben sich scharf heraus, so 1893, 1896, 1904/05, 1913, 1918. Dagegen ist das durch seine große Hitze noch allgemein unvergeßliche Jahr 1911 bei weitem nicht unter den tiefsten. ...