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Die eocänen Süßwasserablagerungen (Messeler Braunkohlenformation) in der Umgegend von Darmstadt und ihr palaeontologischer Inhalt

Haupt

Kurzfassung

Das Vorkommen der Messeier Braunkohlenformation ist auf ein kleines Gebiet von etwa 12 qkm Oberfläche beschränkt, ohne jedoch ein geschlossenes Ganzes zu bilden. Das Hauptvorkommen liegt bei dem Ort Messel an der Bahnlinie Darmstadt-Aschaffenburg, kleinere bei den Orten Offental, Urberach, Forsthaus Einsiedel, Dieburg und Gundernhausen. In Tagebauen werden zwei Vorkommen abgebaut, erstens das größte bei Bahnhof Meesel mit 0,7 qkm Oberfläche und bis zu 150 m Mächtigkeit durch die Gewerkschaft ,Grube Messel", zweitens ein kleineres bei Forsthaus Einsiedel, die ,Grube Prinz von Hessen", durch die Stadt Darmstadt. Während ersteres nur der Ölgewinnung: mit ihren Nebenprodukten dient, sucht letzteres nur Brennstoff-die Rohbraunkohle zu Heizzwecken-zu gewinnen. Ihre Erhaltung verdanken diese Vorkommen kleinen Grabeneinbrüchen im Gebiet des Rotliegenden (Tholeyer Schichten) und des kristallinen Grundgebirges (Granit, Diorit, Amphibolit). Die Entstehung der Messeier Braunkohlenbildung fällt in das Mitteleocän. Hier haben sich zuerst in Mulden der Landoberfläche Seen gebildet, in denen Faulschlamm (Sapropel) zum Absatz kam. Diese Mulden scheinen schon an Verwerfungen gebunden zu sein; denn die Mächtigkeit des Sapropels bis zu 150 m auf ,Grube Messel" vermag sich der Vortragende nur dadurch zu erklären, daß gleichzeitig mit seiner Bildung ein allmähliches Absinken des Seebodens an diesen Verwerfungen stattgefunden hat. Letztere wären somit eocän. Im weiteren Verlauf sind die - einzelnen Sapropelsümpfe, die nur durch flaches Sumpfgelände, auf dem eine üppige Vegetation Platz gegriffen, voneinander getrennt waren, vom Rande her zugewachsen, was zur Bildung der Braunkohle Veranlassung gab. ...