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Die Entstehung der oberhessischen Bauxite und ihre geologische Bedeutung

Harrassowitz, Hermann

Kurzfassung

Die oberhessischen Bauxite sind in der Pliocänzeit durch Verwitterung aus Basalten entstanden. Die Alkalien, der allergrößte Teil der Kieselsäure, auch etwas Eisen sind hinausgeführt, so daß eine Anreicherung von Tonerde eintrat, die die nutzbaren Lagerstätten schuf. Der Bauxit kommt in Oberhessen nur in Stücken von Nuß bis gelegentlich sogar Kubikmetergröße vor. Diese Stücke, die zumeist ein unregelmäßiges eckiges Äußere zeigen, liegen mehr oder weniger häufig in verschiedenen roten und bunten Erden. Die meisten Lagerstätten befinden sich in Roterde. Manchmal finden wir auch Rollagerstätten. Das Äußereder Stücke ist in zahllosen Fällen unregelmäßig und direkt zerfressen. Sie unterscheiden sich in der Formung der Oberfläche nicht von Kalken, die im Boden angeätzt worden sind. Manche Stücke besitzen eine glänzende Rinde, die aus einem Tonerdehydratgel besteht. Im Innern können wir stellenweise eine regelrechte ,Vertonung" beobachten, die sich manchmal auch über das Ganze erstreckt. Die Tonerdehydratsubstanz ist wolkenartig oder achatartig verteilt und findet sich vielfach auch in Hohlräumen ausgeschieden. Über faustgroße Stücke von dem Sklerogel sind dabei bekannt. Die Tonerde liegt also nicht, wie man früher meinte, nur an Stelle der Feldspäte, aus denen sie entstand. So stellen wir zunächst fest: 1. Die Tonerde der oberhessischen Bauxite stellt nur z. T. einen Verwitterungsrückstand i. e. S. dar, sie ist auch gewandert. ...