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Das Diluvium der Gegend von Tschemely an der Schtschara

Rettschlag, Walter

Kurzfassung

Das Tal der Schtschara in der Gegend von Bitten wird behandelt in einer Arbeit von Paul Woldstedt, welche kürzlich erschienen ist. Es ist dies ein Grund mehr für mich, einige Beobachtungen zusammenzufassen, die ich wenig südlich von Bitten, bei Tschemely, im Winter 1915 auf 1916 und im Sommer 1916 gemacht habe. An der Stelle, wo die Schtschara aus ihrer bisher westlichen Richtung nach N umbiegt, erhebt sich wie eine Insel ein Stück Diluvialhochfläche, begrenzt von den sumpfigen Niederungen der Schtschara im O, der Grywda im W und N, von größeren Sümpfen im S (Karte des westlichen Rußlands 1 : 100 000, Blatt Bitten). In der Nachbarschaft bezeichnen ähnliche Inseln, kleinere und größere, diese Zone des Übergangs von den einheitlicheren Sumpfflächen des Polessjegebietes im S und SO zu den zusammenhängenden Diluvialhochflächen im N. Wenn man, auf den Randhöhen unmittelbar nördlich von Tschemely stehend, hinüberschaut über die ebene, sumpfige Talfläche mit ihrem spärlichen Buschwerk, weit hinüber bis zu dem kräftigen Anstieg bei Poststation Tschemely, den Hochwald so schön markiert, so glaubt man, irgendwo an einem norddeutschen Urstromtal zu stehen. Hart an dem Westrand diesen Urstromtales fließt hier die Schtschara, mäandrierend und altwasserbildend. Nennenswerte Torfbildung scheint in der weiten Talfläche nicht stattgefunden zu haben, denn Schützenlöcher, wie sie bei den Kämpfen seinerzeit etwas östlich der Schtschara ausgehoben waren, standen mit knapp Spaten-; stichtiefe schon in weißem Sand. ...