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Die Steinkohlenbildung im Gebiet der mittleren Saale bei Halle

Beyschlag, F.

Kurzfassung

1. Die nördliche Begrenzung der karbonischen Steinkohlenablagerung und ihre Lagerung längs der preußisch-anhaltischen Grenze Die in der variskischen Halleschen Mulde seinerzeit von Werner v. Veltheim als ,Altes Sandsteingebirge" zusammengefaßten Bildungen des Jüngeren Karbons und Rotliegenden lagern im W auf dem Devon des Harzes, im O auf dem Silur der Leipziger Gegend und im NO auf der kulmischen Paschlebener Grauwacke; sie werden quer überlagert von der herzynisch streichenden Mansfelder Mulde und dem Südflügel der Magdeburg-Halberstadter subherzynischen Mulde. Gliederung und Tektonik der Halleschen Mulde wurden auf Grund von Ergebnissen fiskalischer Tiefbohrungen und einer anschließenden Neukartierung gegen Schluß vorigen Jahrhunderts von Beyschlag und v. Fritsch dargestellt und damit ältere, irrige Vorstellungen von Laspeyres beseitigt. Es ergab sich eine am Ostharz beginnende regelmäßige Schichtenfolge des nordöstlich streichenden Karbons in Grillenberger, Mansfelder und Wettiner Schichten (= Untere, Mittlere und Obere Ottweiler Schichten), deren letztere die früher in den fiskalischen Bergwerken von Wettin und Löbejün, jetzt noch in der östlich anschließenden Steinkohlengrube Karl Moritz bei Plötz abgebauten Steinkohlenflöze enthalten. Die flözführenden Karbonschichten sind von Unterrotliegendem bedeckt, das den Innenraum der Halleschen Mulde einnimmt; es gliedert sich in den einen großen Teil der Wettiner Schichten unmittelbar bedeckenden Älteren (Landsberg-Löbejüner) Porphyr, die darüber folgenden Rotliegend - Sedimente (,Zwischenschichten"), die Jüngeren (Petersberger und Wettiner) Porphyre und das auf den innersten Muldenteil beschränkte Unterrotliegend-Sediment von Sennewitz. ...