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Eiszeit und Gebirgsbildung

Quiring, H.

Kurzfassung

In der geologischen Vergangenheit der Erde beanspruchen diejenigen Vorgänge unsere besondere Aufmerksamkeit, die eine rhythmische Wiederholung zu zeigen scheinen. Über die Erforschung des Auf und Nieder, des Wellenganges der einzelnen Bewegungs- und Umformungs- ,Zyklen" hinweg können wir zur Erkenntnis der Prinzipien gelangen, die eine Wiederkehr des Ähnlichen vermitteln. Gelingt dies, so erschließt sich uns in gewissem Umfange die geologische Zukunft. Es kann nicht Zweck dieser kurzen Mitteilung sein, die Erscheinungen der Erdgeschichte in ein Rhythmenschema einzuordnen, nur auf zwei Vorgänge möchte ich hinweisen, die, wie es scheint, seit archaischen Zeiten wiederkehren: die tektonischen Großbewegungen und die Eiszeiten. Über die Ursachen der ersteren habe ich mich in einem kürzlich erschienenen Aufsatz ausgesprochen. Ihr episodisches Auftreten und ihre periodische Wiederkehr stehen m. E. im Zusammenhang mit der säkularen, jedoch zeitweise unterbrochenen Verlangsamung der Achsendrehung der Erde. Größere Schwierigkeiten ergeben sich bei Beurteilung der borealen Vorgänge, nicht nur der Ursachen der einzelnen Erscheinung, sondern auch der Gründe für die Wiederholung. Dies liegt nicht so sehr daran, daß örtliche und auch allgemeine Temperaturveränderungen ganz verschiedenen Ursprung haben können,-es mag nur an die zahlreichen verschiedenen Annahmen erinnert werden, die zur Erklärung der paläoklimatischen Schwankungen gemacht worden sind -, als vielmehr daran, daß wir über die klimatischen Verhältnisse der Vorzeit noch keine ausreichende Kenntnis haben. Insbesondere fehlt volle Klarheit über den Verlauf der Kälteperioden und dann ist es noch nicht einmal sicher, ob z.B. die paläozoischen Glazialbildungen den diluvialen als homologe oder als analoge Erscheinungen gegenüberzustellen sind. ...