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Zur Stratigraphie und Paläogeographie des reichsländischen Buntsandsteins

Kraus, Ernst

Kurzfassung

Die Meinungsverschiedenheiten über die Bildung des germanischen Buntsandsteins haben sich mehr und mehr verringert. Viele Verteidiger der Wüste und des Flachmeeres haben in der flachen Küstenzone eine mittlere Linie der Einigung erkannt. Freilich steht noch eine scharfe sedimentpetrographische Klarstellung fraglicher Punkte aus. Sie kann erst nach Herausarbeitung brauchbarer Methoden geleistet werden. Bis dahin müssen wir uns mit der weiteren Summierung stratigraphischer Erfahrungen und mit einer geringen Sicherheit paläogeographischer Schlüsse begnügen. Unsere Studien gehen aus von der Beobachtung der prächtigen Aufschlüsse, welche im Buntsandstein der nordwestlichen Vogesen durch den Krieg geschaffen worden sind. Besonders ist es die Gegend von Badonviller-Petitmont an südöstlich über das Plainetal zur Brocard-Gruppe im W des Donon, deren in solcher Vollständigkeit wohl nie wiederkehrende Aufschlüsse im Stellungskrieg Verfasser in einer Spezialkarte 1 : 25 000 aufnehmen konnte. Die seit Ende 1917 fertiggestellten Untersuchungen konnten bisher nicht gedruckt werden. Es sollen hier bereits einige allgemeinere Mitteilungen daraus gemacht werden. Einzelheiten und Nachweise kann erst die größere Arbeit bringen. Die Gliederung und Kartierung in dem nahezu fossilfreien reichsländischen Buntsandstein stützt sich auf Zusammenfassung und Unterscheidung petrographischer Einheiten. Wir wissen, daß terrigene oder terrestrische Ablagerungen nie auf große Entfernungen die gleiche petrographische Entwicklung zeigen. Es sind Faziesunterschiede vorhanden, die faziesgleichen Flächen durchschneiden die Flächen der Gleichaltrigkeit, welche die Profile durchsetzen: die bisherige Kartierung des reichsländischen Buntsandsteins legte Faziesgrenzen fest; sie mußte das und-wird das auch künftig tun müssen. ...