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Die Bildung des Schmirgels, betrachtet an einem Vorkommen von Korundfels in Uruguay

Walther, Kahl

Kurzfassung

Einleitung: In den beiden letzten Jahrzehnten erschienen einige Arbeiten, die sich mit der Entstehung des Schmirgels befassen. Es sind dies die Schriften von R. Kraemer, ,Kleinasiatische Smirgelvorkommnisse" (8) und von Fr. Killig, ,Das Korund- und Paragonitvorkommen am Ochsenkopf bei Schwarzenberg in Sachsen" (5 und 6), sowie die sehr gründliche Arbeit von S. A. Papavasiliou, ,Die Schmirgellagerstätten von Náxos nebst denjenigen von Irakliá und Síkonos" (20), eine Fortsetzung der früheren Arbeiten des Verfassers ,Über die vermeintlichen Urgneise und die Metamorphose des kristallinen Grundgebirges der Kykladen" (19). In diesen Arbeiten spiegelt sich die Unsicherheit wider, die zurzeit noch hinsichtlich der Ansichten über die Entstehung des genannten Gesteins herrscht. Während die beiden erstgenannten Verfasser auf dem Standpunkt stehen, den u.a. die Lehrbücher von H. Rosenbusch und U. Grubenmann vertreten, wonach der Schmirgel als ein Produkt der Regional- bzw. Kontaktmetamorphose tonerdereicher Sedimente von hie und da bauxitischer oder lateritischer Natur sich gebildet haben, weist der griechische Verfasser in Anlehnung an E. Weinschenk (Gesteinsb. Min., 2. Aufl., 1907, S. 101) diese Auffassung zurück und behauptet statt dessen, daß die als Lagergänge erkannten naxischen Schmirgelvorkommen metasomatische Erzeugnisse seien, bei denen nachvulkanische Entsendungen, reich an Al und Fe, vielleicht als Fluorüre, ,umsetzend auf die Kalke der Schichtfolge, in welcher der Granit einsetzt, eingewirkt haben. So entstanden Karbonate von Al und Fe, die bald in Oxyde übergingen, um schließlich bei den herrschenden metamorphen Bedingungen in der ganzen Schichtfolge die jetzige Schmirgelform anzunehmen" (20, S. 122). Hiervon wird weiter unten die Rede sein. ...