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Über das Altersverhältnis der herzynischen und rheinischen Dislokationen - Bemerkungen Zeim Vortrag O. Grupe

Haarmann, Erich

Kurzfassung

Herr Gbupe hat mit seinen Ausführungen ein Thema behandelt, das schon öfter zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Geologen geführt hat. Es ist eine merkwürdige Tatsache, daß sich viele Geologen mit einer Erklärung von Faltenvergitterung durch wiederholte, also verschiedenzeitliche, Störungsvorgänge nicht befreunden können. Wenn es mir bisher durch Wort und Schrift nicht gelungen ist, zu einer Einigung mit dem Herrn Vortragenden zu gelangen, so wird eine solche auch in dem engbegrenzten Rahmen einer Diskussion nicht erzielt werden können. Ich kann nicht auf all die vielen Anregungen eingehen, die Herr Geupe dankenswerterweise gegeben hat, sondern muß mich auf wenige Bemerkungen beschränken. Mir ist natürlich bekannt, daß v. Koenen von ganz anderen Grundlagen für seine Auffassung des Altersverhältnisses der herzynischen und rheinischen Störungen ausgegangen ist, als ich. Immerhin bin ich zu demselben Ergebnis gekommen, wie er, daß nämlich die hauptsächlichsten ,herzynischen" Störungen älter sind als die ,rheinischen". Deshalb hielt ich mich für verpflichtet, hervorzuheben, daß v. Koenen diese Auffassung ausgesprochen habe, ohne mir seine Gründe dafür zu eigen zu machen. v. Koenen dachte - wie ich annehme -, wenn er von Störungen oder Dislokationen sprach, in erster Linie an Spalten und Verwerfungen, wie dies ja heute noch bei Bergleuten vielfach üblich ist. ...