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Terrestrische Einflüsse bei der marinen Sedimentation und ihre Bedeutung

Wepfer, E.

Kurzfassung

Nachdem durch Ewald neuerdings vorzügliche Beobachtungen über den Buntsandstein gemacht worden sind, rundet sich das allgemeine Bild von dessen Entstehung mehr und mehr. Immer unzweideutiger wird die Anschauung, deren Prinzip zuerst Joh. Walther erkannt hat, daß nämlich, so gut wie in Meeren, auch ganz allgemein auf Kontinenten, - ob mit, ob ohne ständige Wasserbedeckung, - Sedimente sich anhäufen können, eben durch den Charakter der Buntsandsteinformation illustriert. Was für den Buntsandstein gilt, mag auch für andere Formationen gelten: es ist weniger die Färbung, das Auftreten von mächtigen Sandmassen, auf die in diesem Zusammenhang Wert gelegt wird, - der Schwerpunkt soll nicht auf der Frage liegen, ob hier eine Wüste, oder ein anderes Charaktergebiet geherrscht hat. Im Vordergrund des Interesses sollen vielmehr alle diejenigen Bildungen stehen, die unzweifelhaft beweisen, daß hier keine ständige Wasserbedeckung geherrscht hat: so Fährten, so Trockenrisse, so Dünenbildungen, so jegliche Umlagerung einmal aufgehäuften Schichtmaterials innerhalb einer mehr oder weniger konkordanten Schichtfolge, so auch vielleicht gewisse Fossilanhäufungen. Wo sie regional verbreitet und immer wieder in verschiedenen Horizonten einer Formation auftreten, wo ferner zeitlich dauernd und regional echt marine Faunen fehlen, da bestimmen jene den Charakter der Ablagerung, so im nichtmediterranen Buntsandstein und Keuper. Ja, selbst einzelne Bänke mit marinen Fossilien, das heißt einzelne marine Überflutungen, können daran nichts ändern: das Gesamtbild bleibt dasselbe. ...