Original paper

Über eine landwirtschaftliche Bodenkarte nebst Bemerkungen über die geologisch-agronomische Flachlandaufnahme des Gebiets der Freien Stadt Danzig

Stremme, H.; v. See, K.

Kurzfassung

Der Wert einer Kartenaufnahme des Bodens für den landwirtschaftlichen Betrieb ist seit vielen Jahrzehnten in mehreren Ländern anerkannt. Der folgenreichste Vorschlag war der A. Orths 1870 in seiner Habilitationsschrift, welche später Veranlassung zu der großen geologisch-agronomischen Aufnahme der Diluvial- und Alluvialgebiete der deutschen Bundesstaaten gab. Über die Bedeutung und den Portschritt dieser Karten haben zuletzt ausführlich A. Jentzsch und A. Sauer vor dem deutschen Landwirtschaftsrat berichtet. Der Wert der Aufnahme und der zugehörigen Analysen ist sowohl für die wissenschaftliche Bodenkunde als auch für den geologisch gebildeten Landwirt hoch einzuschätzen. Um geologische Kenntnisse bei den Landwirten mehr zu verbreiten, ist im Anschluß an die geologischagronomischen Karten der entsprechende Unterricht in den landwirtschaftlichen Schulen verbessert worden. Andererseits haben Geologen und Agronomen versucht, die Karten zu vereinfachen und in das landwirtschaftlich Praktische zu übertragen. Eine besonders bemerkenswerte Übertragung ist von J. Hazard vorgeschlagen worden. J. Hazard geht davon aus, daß dem Landwirt, wenn er nicht Geologe ist, die geologisch-agronomische Karte zu schwierig sei. Die Hauptarbeit der Umwandlung des auf der Karte dargestellten rein wissenschaftlichen Materials in die praktische Landwirtschaft wird dem Landwirt überlassen und ihm eine Arbeit zugemutet, die zu leisten nur selten einer imstande ist. J. Hazard will mit seinen Bodenkarten - und darin sieht er ,das Endziel jeder wirklich praktischen, geologisch-bodenkundlichen Arbeit - dem Praktiker direkt das Rezept in die Hand geben, nach dem er bei dem Anbau des Bodens zu verfahren hat". ...