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Zur Altersbestimmung der subherzynen Salzaufbrüche (Transgression von Neokom auf Zechstein) nach neueren Tiefbohrergebnissen

Goebel, Fritz

Kurzfassung

In den Jahren 1919-1921 sind im nördlichen Harzvorlande Maschinenbohrungen in größerer Zahl auf Neokomeisenerz, jenes oft sehr mächtige und weitverbreitete, wirtschaftlich wichtige Transgressionskonglomerat an der Basis der Kreideformation, niedergebracht worden, deren Profile dazu geführt haben, die bisher geläufigen Anschauungen über manches fazielle und tektonische Problem im subherzynen Gebiet in vieler Hinsicht zu klären oder aber auch einer Revision zu unterziehen. Von den gewonnenen Aufschlüssen sind von besonderer Bedeutung die auf dem Ostflügel des Kalisalzaufbruches von Flachstöckheim (Blatt Salzgitter der Geologischen Karte von Preußen, kartiert und erläutert von H. Schroeder, Berlin 1912) ausgeführten Tiefbohrungen, die einen wertvollen Beitrag zur Altersbestimmung dieser tektonisch so merkwürdig gebauten, in den letzten Jahren viel besprochenen Aufpressungsstöcke liefern, in denen die Salze des Oberen Zechsteins, ihre mesozoische Deckgebirgsplatte teilweise durchspießend, bis in die Nähe der Erdoberfläche gelangt sind. Die allgemeine geologische Situation, wie sie sich nach der Oberflächenkartierung und auf Grund der bisherigen Kalibohrungen ergab, ist kurz skizziert folgende: Inmitten einer breiten Ebene, infolge einer mehr oder weniger mächtigen Quartär-, z. T. auch Tertiärbedeckung an der Oberfläche durch keinerlei Merkmale gekennzeichnet, ragt steil aus der Tiefe ein Pfeiler von Zechsteinsalzen mit überlagerndem Gipshut auf und 1/2 km östlich von dem darauf gegründeten Kaliwerk befindet sich ein Steinbruchaufschluß im Turon-Zenoman mit unter 55° ostwärts einfallenden Plänerkalkschichten. ...