Original paper

Über einen Interglazialtorf ans Holstein

Wolff, W.

Kurzfassung

Dieser ist wegen seiner sehr bemerkenswerten geologischen Lage von Interesse. Im Herbst 1921 wurde im westlicher Holstein, bei Nienjahn, ungefähr 41/2 km südlich von den: (westlich von Neumünster gelegenen) Bahnort Hohenwestedt, eine kleine Bohrung gemacht, bei der man überraschenderweise in 7 m Tiefe auf einen alten und sehr festen Torf stieß. Der Bohrpunkt befand sich in einer Wiese inmitten einer ziemlich weiten und flachen Einsenkung des leicht hügeligen Geländes. Der Boden dieser Wiese bestand aus Moorerde, stellenweise auch aus Torf, worunter zunächst ein steinfreier Sand von mittlerem Korn folgte. Bei 4 m Tiefe fing dieser Sand an, humos zu werden, und bei 7,5 m stellte sich ein fester, dichter Sapropeltorf (Mudde) ein, der bei 8,2 m von einem filzigen, kurzfaserigen, lockeren, in dünne Scheiben spalten den Schwemmtorf abgelöst wurde. In ungefähr 9,6 m Tiefe kam der Sandgrund. Dieser bestand aus gröberem Sand als der hangende und enthielt Gerölle. Herr Professor Weber in Bremen, der schon so manchen Diluvialtorf mit unübertrefflicher Sorgfalt untersucht hat, war so freundlich, eine kleine Probe aus jeder der beiden Moorschichten botanisch zu analysieren. Die Raumknappheit verbietet mir leider, seine Analyse hier ungekürzt einzuschalten. Über den unteren Torf sagt er: ,Mikroskopisch wurden darin die Blütenstaubkörner einer Fichte in beträchtlicher Menge angetroffen, sehr spärlich solche einer Föhre, einer Tanne, einer Birke, einer Pappel und einer Erikalee, ganz vereinzelt Sporen eines Bleichmooses und eine Winterspore eines Rostpilzes (Puccinia cf. graminis)." ...