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Über die Quarzgänge zwischen Zobten und Striegau in Schlesien

von zur Mühlen, L.

Kurzfassung

Das Gelände zwischen Striegau und Zobten umfaßt die Meßtischblätter Striegau, Ingramsdorf, Mörschelwitz und Weizenrodau und gehört in seinen Hauptzügen schon der schlesischen Ebene an. Vereinzelt tauchen aus derselben Bergrücken und Hügel verschiedener kristalliner Gesteine empor, deren genaue Kartierung ihre alle bisherigen Angaben übertreffende Ausbreitung und zusammenhängende gesetzmäßige Anordnung zeigt. Von Zobten aus verläuft in südost-nordwestlicher Richtung über Striegau hinaus ein durch verschiedene Bergrücken und Hügel angedeuteter und aus der Ebene emporragender Granitzug. Am breitesten ist derselbe am Zobtenberge und auf Blatt Weizenrodau entwickelt, nach Striegau zu verschmälert er sich beträchtlich, wodurch seine Farm den Umriß eines nach NW sich zuspitzenden Keiles annimmt. Die Fortsetzung dieses Zuges liegt auf Blatt Jauer und Hohenfriedeberg, dessen genaue geognostische Aufnahme seinen weiteren Verlauf angeben dürfte. Die Erstreckung des Granits wird im speziellen deutlich durch die Kartierung der einzelnen Granitkuppen gekennzeichnet, die eine schöne Bestätigung der Untersuchungen von Cloos gibt. In der Hauptsache verläuft der Granitzug ungefähr von NW nach SO, nur bei Kratzkau kann man bei den Hügeln eine andere, nordnordwestliche bzw. südsüdöstliche Längsrichtung feststellen, womit gleichzeitig die Richtung der dort im Granit aufsetzenden Quarzgänge übereinstimmt. An die Nordostflanke dieses Granitzuges legt sich eine Zone kontaktmetamorpher Schiefer an, die in ihrer genauen Ausbildung von Guhlau aus über den Streitberg bei Striegau zu verfolgen ist. Als wichtigste Gesteine derselben wären verschiedene Glimmerschiefer, Knotenglimmerschiefer, Glimmerhornfelse, Kieselschiefer und Graphitschiefer zu nennen, in denen im Gebiet zwischen Domanze und Raaben verschiedentlich Amphibolitstöcke auftreten. Auf diesen in seiner Breite von einigen hundert Metern bis zu mindestens 2,5 km breiten Kontaktgürtel folgt eine Zone von Grün- (genetisch den Amphiboliten entsprechend) und Phyllitschiefern, deren äußere Grenze durch das nach N an Mächtigkeit zunehmende Tertiär und Diluvium verschleiert wird. ...