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Tektonik und Solführung im Untergrund von Berlin und Umgegend

v. Linstow, O.

Kurzfassung

Vortertiäre Schichten sind bis jetzt, abgesehen von Rüdersdorf und Sperenberg, nur durch die folgenden acht Tiefbohrungen in und bei Berlin bekannt geworden: I. Bohrung Hermsdorf: das Profil lautet abgekürzt (+ 43 m) 1889 0-36,8 m Diluvium, 36,8-223,6 m Tertiär (Mittel- und Unteroligocän), 223,6-323,5 m Mittlerer Lias. Im Tertiär wurde eine dreiprozentige Sole erschroten, die artesisch aufstieg. II. Bohrung Wedding, Reinickendorfer Str. 2a: Solbohrung Marie (+ 45 m) 1888/89. Es wurden durchsunken: 0-59 m Diluvium, 59-131 m Limnisches Miocän, 131-285 m Mitteloligocän 285-297 m ? (je 4 m Kies, Ton und wieder Kies), 297-306 m Unterer oder Mittlerer Lias. Gehalt der Sole unbekannt. III. Bohrung Spandau, Zitadelle (+ 30 m) 1881. 0-119,61 m Diluvium; 119,61-137,66 m Limnisches Miocän; 137,66-154,10 m Stettiner Sand, 154,10-313,56 m Septarienton, 313,56-388,98 m Magdeburger Sand und Unteroligocän; [Mitteloligocän] 388,98-486,22 m Mittlerer Keuper. Diese Wiedergabe weicht von der in den Erläuterungen zu Blatt Charlottenburg, 2. Aufl., und in den Ergebnissen von Bohrungen, Bd. III, angeführten Aufstellung in zwei Punkten ab. Einmal ist das dort angegebene marine Oberoligocän zum Miocän gezogen, da, wie an anderer Stelle gezeigt wird, in der Gegend von Berlin Meeresablagerungen aus jener Zeit nicht nachweisbar sind. Dieses Gebiet war damals Festland, und nur von Hannover aus griff ein Arm über Anhalt tief golfartig in die Lausitz ein. Ferner ist der Horizont der ,Magdeburger Sande" eingeschaltet, zu dem möglicherweise ein Teil der unter dem Septarienton ruhenden sandigen Bildungen zu ziehen ist. Über die Solführung ist nichts bekannt geworden. ...