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Über die Erscheinungsform eines submarinen Ergusses

Born, A.

Kurzfassung

Trotzdem sich der größte Teil des Oberflächenvulkanis mus submarin abspielt, sind Erscheinungsformen des submarinen Vulkanismus wenig bekannt. Die in der Gegenwart seltene Gelegenheit, Lavaergüsse am Meeresboden oder in das Meer hinein zu beobachten, erschwert das Studium der dabei eintretenden, für diesen speziellen Fall des Oberflächenvulkanismus charakteristischen Erscheinungen. Die submarinen Ergüsse kommen den Intrusionen an einer Unstetigkeitsfläche gleich, jedoch mit dem Unterschied, daß hier die Intrusion an der Grenze von fest zu flüssig liegt. In bezug auf das Gebiet, ,fest" ist der Erguß, also eine Extrusion, gleich denen der Erdoberfläche, wenn schon infolge der darüber ruhenden flüssigen Phase die Bedingungen der Abkühlung abweichende sind. Keineswegs ist nun die durch die besondere Art der Wärmeleitung bedingte äußere Erscheinungsform der submarinen Laven eine derart typische, daß sie gegenüber subaerisch ergossenen Laven ohne weiteres gekennzeichnet wären. Im Gegenteil, oft sind Laven, deren submariner Charakter durch konkordante Einschaltung in fossilführende marine Sedimente über allen Zweifel erhoben wird, in ihren makroskopisch erkennbaren Oberflächen- und Texturformen von solchen subaerischer Entstehung unmöglich zu unterscheiden. Es unterliegt zunächst der Erörterung, worin die Ursachen für den Mangel verschiedener Ausbildung zu suchen sind. A priori sollte man annehmen, daß die Abkühlung der Laven sich subaquatisch infolge des besseren Wärmeleitvermögens des Wassers gegenüber der Luft schneller vollziehen wird. Auf diesen Umstand möchte v. Wolff die schnellere Bildung einer glasigen Erstarrungskruste zurückführen, die nun ihrerseits als schlechter Wärmeleiter gegenüber subaerischen Ergüssen das Abfließen der Wärme in das Wasser hemmt. ...