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Über die Basaltvulkane des Hegaues

Reck, Hans

Kurzfassung

Seit langem gründlich bekannt und oft in heißem Streit der Meinungen von den verschiedensten Gesichtspunkten aus gewertet sind die vulkanischen Gebiete Süddeutschlands, welche die Albtafel nördlich der Donau trägt. Umso überraschender ist es, daß der südlich so nah benachbarte Hegau, ein wie kein anderes heute noch die reinen Züge einer Vulkanlandschaft zur Schau tragendes Gebiet, vulkanologisch in der Literatur überhaupt kaum Beachtung gefunden hat. Was immer wir von Physiographie und Aufbau der dortigen Vulkane, von ihrem Eruptionsmechanismus wissen, beruht größtenteils auf zerstreuten, ohne Zusammenhang gegebenen Einzelnotizen, oder einer schematischen Zusammenstellung und Deutung von solchen, die meist gleichsam nebenbei, nur im Vergleich mit den anderen genannten vulkanischen Vorkommnissen gegeben zu werden pflegen. So nur ist es verständlich, daß der eine die Hegauvulkane als gewaltige vulkanische Massen ansprechen konnte, während der andere sie als Repräsentanten von Vulkanembryonen deutet; so auch nur, daß darüber Gegensätze existieren können, ob man die dortigen Basalte als Teile von echten vulkanischen Bauten, oder nur als letzte Decken- und Stromreste eines im übrigen heute zerstörten Vulkanismus ansprechen soll. Solche Unklarheit in den elementarsten Grundzügen hat mich veranlaßt, meine vorjährigen Sommerferien dem Studium dieses Gebietes zu widmen. Um das Resultat vorwegzunehmen: Der Hegau trägt vulkanische Bauten in allen Entwicklungsstadien vom echten, seltenen Vulkanembryo bis zum herrschenden fertigen, allerdings stets kleinen, aber stets auch kompliziert gebauten Vulkan. Alle dortigen Vulkane sind mehrphasig in ihrer Entstehung und repräsentieren in ihrem Formentyp einen Eruptionsmechanismus, der hier allen gemeinsam, außerhalb dieser engeren Grenzen und der unmittelbar benachbarten und verwandten Albgebiete jedoch bis heute nur in seltenen Fällen bekannt geworden ist. ...