Original paper

Über Augenkohle von Pensberg in Oberbayern

Stutzer, O.

Kurzfassung

Mit dem Namen Augenkohle bezeichnet man eine Kohle, weiche auf ihrer Spaltfläche zahlreiche scharf begrenzte kreisrunde oder elliptische Scheiben (Augen) führt. Diese Scheiben liegen in Ebenen, die alle zueinander parallel verlaufen. Die einzelnen Augen sind glatt und glänzend. Sie werfen daher das auf sie fallende Licht wie kleine Spiegel alle gleichzeitig zurück. Die Scheiben zeigen meist einen zentralen Punkt, um welchen sich mehrere, oft zirkelrunde Zonen herumziehen. Diese Zonen sind häufig schwach wellig gebogen wie der äußere Band eines Tellers. Mitunter sieht man auch vom zentralen Punkt aus radial verlaufende Linien. Augenkohlen kommen in Steinkohlenflözen, aber auch in gewissen metamorphosierten Braunkohlenflözen vor. Alle bisher über Augenkohlen veröffentlichten Notizen hat Verfasser an anderer Stelle zusammenfassend kritisch besprochen. Auf sie sei im folgenden daher nicht noch einmal eingegangen. Im folgenden seien nur einige Augenkohlen beschrieben, die. Verfasser im Mai dieses Jahres beim Besuch der Pechkohlengrube Pensberg in Oberbayern vorfand. Die Pechkohle Oberbayerns hat oligocänes Alter. Sie ist pechschwarz und gleicht in Aussehen und Abbauverhältnissen vollkommen einer Steinkohle. Da sie aber dunkelbraunen Strich hat, so muß sie aus diesem Grunde und auch wegen gewisser chemischer Eigenschaften noch als Braunkohle bezeichnet werden. Ihren steinkohlenähnlichen Habitus hat sie durch alpinen Gebirgsdruck erhalten, der die Inkohlung der oligocänen Kohle beschleunigte. Die im folgenden beschriebenen Stücke wurden vom Verfasser leider nicht dem Anstehenden in der Grube selbst entnommen. Bei der kurzen Befahrung wurde keine Augenkohle gefunden. Die Stücke entstammen vielmehr einer Sammlung der Grubenverwaltung und der Kohlenaufbereitung. Sie befinden sich jetzt in der Kohlensammlung der Bergakademie Freiberg i. Sa. ...