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Marines Pliocän und Hipparion gracile Kaup vom Morsumkliff auf Sylt

Gripp, K.

Kurzfassung

1. Einleitung und Literatur: Über die Schichtenfolge und die Lagerungsverhältnisse der jüngtertiären Schichten vom Morsumkliff auf Sylt haben Forchhammer (15), Meyn (32), Stolley (40, 41) und vor allem Gagel (14-16) klärende Beobachtungen gemacht. Strittig blieb das Alter des Limonitsandsteins. Der leider allzu bescheidene I. O. Sempfr aus Altona, nach Beyrich einer der besten Kenner nordwestdeutscher Tertiärfaunen, wies im Jahr 1856 (38) darauf hin, daß die Fauna des Limonitsandsteins sich von der des Glimmertons unterscheide. Große Arten von Natica und Nassa und zwei Scalarien, die er mit Arten aus der Subapennin-Formation verglich, ließen ihn dem Limonitsandstein ein jüngeres Alter zuschreiben als dem in Schleswig-Holstein weit verbreiteten Glimmerton. Diese, wie wir sehen werden, durchaus richtige Anschauung Sempers hat sich jedoch nicht dauernde Geltung zu schaffen vermocht. L. Meyns Ansehen war so groß, daß seine Auffassung vom Morsumkliff (32), nämlich als eine einheitliche, ungestörte Schichtenserie von abwechselnd Limonitsandstein und Glimmerton genügte, jene paläontologischen Bedenken verschwinden zu lassen. Selbst Gottsche (18) fügte sich dieser Autorität und bestreitet, daß der Limonitsandstein jünger sei als der Glimmerton; er äußert sich aber nicht weiter über dessen Äquivalente. Stolley (40) sieht im Limonitsandstein Obermiocän, offenbar auf Meyn und Gottsche fußend. Gagel (16) aber sieht auf Grund brieflicher Angaben von Koenens wenigstens in einem; Teil des Limonitsandsteins mittelmiocänes Holsteiner Gestein; er beruft sich dabei - sicher zu unrecht - auf Gottsches (18) überaus vorsichtige Angabe. ...