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Eine tertiäre Vergletscherung Alaskas und die Polwanderung

Richarz, Stephan

Kurzfassung

Angeregt durch das Studium von Wegeners ,Entstehung der Kontinente und Ozeane", besonders des 5. Kapitels, Polwanderungen, begann ich die Literatur über Alaskas Geologie der jüngsten Vergangenheit zu durchforschen und kam dabei auf einige Tatsachen, die in weiten Kreisen der Geologen noch unbekannt zu sein scheinen und die für Polwanderungsfragen von ausschlaggebender Bedeutung sein können. Sie sollen hier im Zusammenhang mit schon bekannten Beobachtungen, die nach derselben Richtung weisen, besprochen werden. Wegener steht im erwähnten Kapitel seiner Arbeit, soweit die tatsächliche Grundlage in Frage kommt, ganz auf demselben Standpunkt wie Kreichgauer, ,dessen ungewöhnlich klare Gedankengänge die Fachgeologen nur wenig beachtet haben". (S. 97) Nach Kreichgauer hat die Vereisung Nordamerikas im Nordwesten begonnen und zwar schon im Tertiär, weil damals diese Gebiete bedeutend näher dem Nordpol lagen als heute, während der Osten zur selben Zeit viel weiter von ihm entfernt war als jetzt. Was sagt die geologische Erforschung Alaskas zu dieser Annahme? Für das Alttertiär eine Vergletscherung Alaskas anzunehmen wird kaum möglich sein. Über das ganze Gebiet zerstreut findet man Lignite und Braunkohlen, der Kenaiformation angehörig, welche sicher alttertiär ist. Eine Zusammenstellung der in diesen Ablagerungen von verschiedenen Fundorten bekannt gewordenen Pflanzenreste gibt Knowlton. Es sind unter anderen die Genera: Abies, Acer, Alnus, Betula, Ficus, Magnolia, Platanus, Quercus, Sequoia, Vitis. Diese Flora setzt unbedingt ein milderes Klima voraus und läßt keinen Raum für eine alttertiäre Vergletscherung. ...