Original paper

Über das Vorkommen und die Entstehung des Weiß-Eisenerzes, eines neuen bauwürdigen Eisenrohstoffes

Krusch, P.

Kurzfassung

Bauwürdige Anhäufungen von bisher dem Hüttenmann unbekannten Erzen werden selten angetroffen. Den Fundpunkt des Weiß-Eisenerzes darf ich leider nicht genauer angeben, weil die bergrechtlichen Verhältnisse noch nicht geklärt sind; ich muß mich damit begnügen, die westlichen Moore als weißeisenerzführend zu nennen. Zum Verständnis der geologischen Position und des geologischen Alters der Lagerstätte ist es erforderlich auf das Normalprofil der großen westdeutschen Moore einzugehen (siehe das Profil). Wir befinden uns in einer weiten, von flachen Rinnen durchsetzten Talsandlandschaft, die von der letzten Vereisung nicht mehr erreicht wurde und auf weite Flächen von Moor überzogen worden ist. Zunächst wurden die Rinnen und Senken mit Niederungsmoor ausgefüllt. Dieses wurde überwuchert von Übergangsmoor, und schließlich bildete sich die weit übergreifende Hochmoordecke. Die Verbreitung der drei Moorarten ist im allgemeinen derart, daß Niederungs- und Übergangsmoor auf die Rinnen, bzw. ihre nächste Umgebung beschränkt sind, während das Hochmoor auch flache Talsandhochflächen überzieht. Das vollständige Profil wird also nur in unmittelbarer Nähe der alten Talrinnen angetroffen, die zwischen ihnen liegenden Plateaus führen lediglich Hochmoor. Sieht man sich das Hochmoorprofil genauer an, so findet man - was schon bei der Spezialaufnahme 1 : 25 000 der Geol. Landesanstalt von ihren Geologen (Stoller, Tietze, Tornau usw.) festgestellt wurde - eine amorphe untere Schicht, in welcher in der Regel keine Pflanzenreste mehr bestimmt werden können, und eine obere hellgefärbte jüngere, deren Pflanzenbestandteile noch heute zu erkennen sind. Es ist also im Profil eine scharfe Grenze zwischen einer älteren Hochmoorlage, die lange Zeit der Verwittterung ausgesetzt war, und einer jüngeren, welche sich erst später auf dem älteren Hochmoor ansiedelte, vorhanden. ...