Original paper

Zur Entstehungsgeschichte der sudetischen Karbon- und Rotliegendablagerungen

Petrascheck, W.

Kurzfassung

Langjährige Feldarbeit im Gebiete der Karbon- und Permablagerungen des böhmischen Anteils am Sudetengebiet gab mir Gelegenheit, eine Reihe von Beobachtungen zu sammeln, welche geeignet sind, auf die Bildungsgeschichte dieser Ablagerungen etwas Licht zu werfen. Mein damaliger Wunsch, die Beobachtungen durch eigene Studien in Wüstengebieten zu ergänzen, scheint mir heute unerfüllbar zu sein, weshalb ich das Material nunmehr in dieser Form aus der Hand gebe. Man kann die Entstehungsgeschichte des Rotliegenden nicht erörtern ohne auch das Karbon in die Betrachtung einzubeziehen, denn kaum merklich ist der Uebergang von der einen Formation zur anderen. Die Ottweiler Schichten als Ganzes betrachtet sind nichts anderes als eine Ablagerung in der dem Rotliegenden eigentümlichen Fazies. Scharf setzt über den Schatzlarer Schichten eine Fazies ein, die durch das häufige Auftreten von roten Gesteinen, durch das wiederholte Auftreten habituell einander ähnlicher Arkosen, durch die Seltenheit grauer Tongesteine und die Seltenheit von Kohlenflözen charakterisiert ist. Diese Faziesentwicklung beginnt sonach im Oberkarbon und reicht durch das ganze Perm bis in den Buntsandstein hinauf, denn zu letzterem rechne ich übereinstimmend mit G. Berg und E. Zimmermann I die hangendsten Schichten, die unter der scharf und deutlich einsetzenden Cenomantransgression in der mittelsudetischen Mulde zu bemerken sind. Ein auffallender Zug ist zunächst die Einförmigkeit, dieser außerordentlich mächtigen und einen langen Zeitraum verkörpernden Schichtfolge. Einförmig ist sie allerdings nur, wenn man sie als Ganzes mit anderen Formationen vergleicht. Im einzelnen zeigt sie einen unendlichen Wechsel sich ewig wiederholender Gesteinsabänderungen.