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Die Gliederung des nordsudetischen Rotliegenden auf klimatischer Grundlage

Scupin, Hans

Kurzfassung

Nach den älteren Angaben v. Dechens und von Lütke und Ludwig hat zuerst Beyrich eine zusammenfassende Darstellung des Rotliegenden im Norden des Riesengebirges gegeben, indem er bereits eine posteruptive Abteilung ausschied und auf Grund des Vorkommens von fisch- und pflanzenführenden Mergelschiefern sowie von Ruppersdorfer Kalk im älteren Teil der Ablagerungen auf die Beziehungen zum Rotliegenden auf der Südseite des Riesengebirges hinwies. Auch Gürich ist in seinen Erläuterungen zur Geologischen Karte von Schlesien über diese erste Gliederung, die also eine Feststellung von Mittel- und Oberrotliegendem bedeutete, nicht hinausgegangen. Verfasser gab dann später eine etwas weitergehende Gliederung des Rotliegenden in der Goldberger Mulde, sowie erst vor kurzer Zeit gelegentlich einer Darstellung der erdgeschichtlichen Entwicklung des schlesischen Zechsteins auch eine Übersicht über die Geschichte des Rotliegenden dieser Gegend, in der auch bereits auf die Bedeutung des Klimawechsels in dieser Zeit hingewiesen wurde. Die nach Abschluß des Krieges wieder aufgenommenen Untersuchungen haben nun eine Reihe von Einzelheiten ergeben, die jetzt für das ganze Gebiet eine Gliederung des Rotliegenden auf klimatischer Grundlage gestatten. Da bei einer kontinentalen Formation mit raschem Gesteinswechsel dem petrographischen Gliederungsprinzip im wesentlichen örtliche Bedeutung zukommt, die klimatischen Bedingungen aber immerhin für größere Flachen die gleichen bleiben, so wird diesem Einteilungsprinzip auf Grund zeitlichen Klimawechsels beim Mangel an organischen Resten, wie er ja für den größeren Teil des Rotliegenden die Regel bildet, ganz allgemein erhöhte Wichtigkeit zukommen, sofern das Prinzip cum grano salis, nicht zu schematisch angewendet wird. ...