Original paper

Über Spuren des ältesten Tertiärs in der Mark und über die Stratigraphie des ältesten Tertiärs

Gagel, C.

Kurzfassung

Vor 94 Jahren berichtete Klöden über einen sehr auffallenden Fund tertiärer Kalke in der Priegnitz zwischen Pritzwalk und Wilsnack, der seitdem leider fast gar keine Beachtung gefunden hat. Klöden beschreibt von der wüsten Feldmark Zarenthin an der Grenze von Gumtow und vom Ausbau Zarenthin an der Grenze zu Bärensprung, daß dort in kleinen Gruben weiße weiche Kalkmergel gefunden würden, die zum Weißen von Stuben und Höfen dienten, daß dort ferner unter sieben Fuß derartiger weicher Mergel feste Kalke von einem Fuß Mächtigkeit aufträten, ,lichtperlgrau, sandsteinähnlich, groberdig, ton- und sandhaltig, kurzklüftig und deutlich geschichtet, die in faustgroße, scharfkantige Stücke zerfallen wären"; darunter liegen dann drei Fuß ,weißer, feiner, toniger Sand" und darunter ,fester sandiger Lehm" (Geschiebemergel). Eben dasselbe sei an der zweiten oben erwähnten Stelle, an dem sog. ,Räuberberg", der Fall. In seinem zweiten Beitrag erwähnt; er noch als besonders charakteristisch die; grüne Farbe einiger ,sandsteinartiger Gesteine", die dort vorkämen, und daß die Kalke sich nicht brennen ließen, sondern dabei zu einem lockeren Pulver zerfielen. In einem faustgroßen Stück fand er folgende Fossilien: Dentalium sp. (zahlreich), Turritella incisa Brongn., Cytherea erycionides Lam. Pectunculus sp., Mactra Sirend Brongn., Mactra cf. ereba Brongn., Arca Pandora Brongn., Corbis cf. aglaurae Brongn., Mytilus sp., Melania (?Terebra?) costellata Lam., Cerithium sp. und eine große Cassis sp. Er schloß aus diesen ,zahlreichen" Fossilien auf ein Alter gleich dem des Pariser Grobkalks, also auf Alttertiär. Die Belegstücke von Klöden sind inzwischen spurlos verschollen. ...