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Die geologische Neuaufnahme des Harzes

Fliegel, G.

Kurzfassung

Eine Darstellung des Standes der geologischen Aufnahme des Harzes kann rückschauend nicht anders als anknüpfen an den Namen Lossens. Seine geologische Übersichtskarte des Harzes ist heut 40 Jahre alt. Als er zehn Jahre nach dem Erscheinen dieser seiner Karte starb, war der Unterharz im Maßstabe 1 : 25 000 veröffentlicht mit Ausnahme der Blätter des Nordrandes. Außerdem fehlte noch der ganze Oberharz mitsamt dem Brockenmassiv. In der Folgezeit wandte sich die Kartenaufnahme vor allem dem Oberharz zu, an der Beushausen ein überragendes Verdienst hat, während Lossens Hauptmitarbeiter Max Koch zwar auch dort tätig war, in erster Linie aber an der Klärung des geologischen Baues des Unterharzes arbeitete. Im Jahre 1908 erschienen als Frucht der Arbeiten im Oberharz die Blätter dieses Gebietes. Sie reichen nach Südosten bis weit ins Brockenmassiv hinein, und andererseits bringen sie den Ackerbruchberg, den morphologischen Abschluß des Oberharzes im Süden zur Darstellung. Seitdem ist es still geworden im Harz. Noch immer fehlen die Blätter des Nordrandes von Wernigerode bis Ballenstedt, und immer noch vermissen wir die Darstellung des Süd- und Ostrandes des Brockenmassivs auf den Blättern Wernigerode und Elbingerode. Wir suchen nach der Ursache und finden sie nicht in Schwierigkeiten, die sich aus der Angleichung neuerer stratigraphischer Feststellungen und tektonischer Auffassungen an die Lossensche Gliederung auf den älteren Blättern und der Übersichtskarte hätten ergeben können. Denn gerade der Mitarbeiter Lossens, Max Koch hatte aufs beste den Weg zur Umdeutung der Lossenschen Stratigraphie beschritten und sie in den Jahren 1897 und 1898 der Öffentlichkeit übergeben. ...