Original paper

Über graptolithenführende Schichten im Unterharz

Dahlgrün, Fr.

Kurzfassung

Aus dem Harz waren bisher nur die Graptolithenschiefer als sicheres Silur bekannt, sowie neuerdings nach Denckmann gewisse Schichtfolgen von Schiefer und Grauwacken mit Graptolithen. Nach den Graptolithenfaunen entsprechen die Schiefer dem oberen Graptolithenschiefer Thüringens und dem englischen Ludlow, dem auch die Grauwackenzone zugerechnet werden muß. Bei der Neuaufnahme des Unterliarzes wurden jedoch bei Hasselfelde und Stiege reiche Graptolithenfaunen festgestellt, die eine weitergehende Gliederung des Obersilurs ermöglichen. Als Grundlage für die Untersuchungen wurde die Zonenfolge des englischen Obersilurs benutzt, wie sie Elles und Wood aufgestellt haben. Bei Hasselfelde dehnt sich im Westen und Osten des Städtchens in 6 km Länge eine bis zu 1500 m breite Zone von Graptolithenschiefern aus, die ihr Hauptgepräge durch die zahlreich eingeschalteten intrusiven Diabaslager erhalten. Ein Netz von 14 Graptolithenfundpunkten ergibt das silurische Alter der ganzen Zone. Als wichtigste Formen seien genannt: Monograptus bohemicus Barr., Monograptus chimaera Barr., Monograptus dubius Suess, Monograptus Roemeri Barr. u. a. m. Diese Arten kommen in England in den Unter-Ludlow - Schichten vor, als deren Äquivalente die eigentlichen Graptolithenschiefer des Harzes demnach aufgefaßt werden müssen. Gelegentlich sind ältere Schiefer in sie eingefaltet. Östlich von Hasselfelde spitzen sich die Graptolithenschiefer aus, und weiter südlich setzt ein neuer Zug in der Richtung nach Allrode auf. Im Süden von dem Hasselfelder und im Norden und Osten von dem Allröder Gebiet stellt sich im Anschluß an die Graptolithenschiefer eine diabasfreie Schieferzone mit Grauwacken- und Kalklinsen, Kieselgallen und Kieselschiefern ein. ...