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Zur Frage der Lößbildung

v. Stahl, A. F.

Kurzfassung

Der Vortrag des Herrn K. Keilhack über ,Das Rätsel der Lößbildung" bestimmt mich, einige meiner Beobachtungen der Lösse in Rußland und Persien hier mitzuteilen. In Südrußland beginnen die Lösse in einiger Entfernung von den südlichsten Endmoränen der Eiszeitgletscher aufzutreten und lagern auf sehr verschiedenartigem Gestein; so z. B. im Eisenerzrayon von Krywoi-Rog, an den Flüssen Saksagan und Ingulez, auf Granit, Diabasporphyrit, kristallinen Schiefern, Dachschiefern, erzführenden Quarziten und südlicher auf den Mactra-Kalken des Sarmats. Östlich von hier, bei Grischino, lagern die Lösse auf dem Oberen Karbon; im Kreise Bachmut auf Gesteinen des Perm und weiter südlich und östlich auf Karbon-, Jura- und Kreidesedimenten. Überlagert werden diese Lösse von einer Schicht Schwarzerde (Tschernozem), deren Mächtigkeit zwischen 0,3 m und 0,5 m schwankt. In den Steppentälern und Schluchten erscheinen die Lösse ganz oder zum Teil erodiert und die Schwarzerde manchmal stark angereichert, so, daß sie eine Mächtigkeit bis zu 2 m erreicht. Im Osten, am Wege von Uralsk nach Gurjew lagern in den Hügeln Inderskije-Gory mächtige Lößschichten zum Teil auf Sedimenten des Perm, aber auch auf ausgebreiteten Höhlungen, die vermutlich durch die Auslaugung von Salzstöcken entstanden sind, da ich am Boden einiger Schluchten, die anscheinend tiefer herunterreichten als die Wasserfläche des von hier etwa 1 km entfernten Uralflusses, ansehnliche Blöcke von Gipsspat vorfand. Der Indersky-See ist ein Einsturzgebiet solcher Höhlungen, das Wasser eine konzentrierte Salzlauge und voll von auskristallisiertem Chlornatrium. An den Ufern stehen Jura- und Kreidegesteine, überlagert von Aktschagylschichten, an. ...