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Bothriocidaris und die Abstammung der Seeigel

Yakowlew, N.

Kurzfassung

Die Frage, welcher Gruppe von Echinodermen die Seeigel ihre Herkunft verdanken, ist in der zoologischen und paläontologischen Literatur selbstverständlich schon des öfteren erörtert worden. Die meisten Paläontologen, wie Neumayr, Gregory, Jackson, sind zur Annahme geneigt, daß die Seeigel aus der Klasse der Cystoidea herrühren. Indem Jackson 1912 die meist neuen Versuche, die Seeigel von den Seesternen oder den Seelilien herzuleiten, erwähnt, verwirft er sie durch seine kritischen Bemerkungen. Ich glaube der Abstammung der Seeigel näher zu kommen, wenn ich von den Cystoidea Diploporita ausgehe und zu Bothriocidaris übergehe. Ich bin auf diesen Gedanken gekommen, als ich vier Exemplare von Bothriocidaris, von denen sich drei in Petrograd, darunter ein bis jetzt noch nicht präpariertes (Universität) und ein Exemplar in Berlin befinden, studierte, außerdem hatte ich in London und in Oxford Gelegenheit, Exemplare eines anderen silurischen Seeigels, des Palaeodiscus, kennen zu lernen. Während meines Aufenthalts in Berlin, London und Oxford haben mir Prof. Pompeckj, Dr. Bather und Prof. Sollas Beihilfe erwiesen, wofür ich den genannten Herren meinen Dank ausspreche. Beim Studium der Beschreibung des Proteroblastus (Dactylocystis) von Jaekel, wurde ich auf die unter den Cystoidea in ihrer Art einzig dastehende Neigung des Proteroblastus aufmerksam, die Poren der Theca an den ambulakralen Täfelchen zu konzentrieren. Jaekel bemerkt (Stammesgeschichte der Pelmatozoen, 1899, S. 435), daß ,diese Eigenheit der in Rede stehenden Art einen eigentümlichen Charakter verleiht, der zu der Annahme veranlassen könnte, daß man es mit einem Seeigel zu tun habe, aber diese Annahme wird sofort in Anbetracht der Finger an den ambulakralen Täfelchen wieder hinfällig. Immerhin ist diese Konzentration der Thecalporen für die Cystoidea ganz ungewöhnlich, da sie, wenn überhaupt, bei ihnen auf den interambulakralen Täfelchen auftritt. Im Rahmen der Gattung ist diese Tatsache natürlich nicht auffällig, da sie bereits bei Protocrinites oviformis beginnt." ...