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Zur Entstehung der deutschen Zechsteinsalze

Fulda, Ernst

Kurzfassung

Der Salzgeologe ist mit seinen Beobachtungen fast ausschließlich auf die Aufschlüsse durch Bergbau und Tiefbohrungen angewiesen. Die Erforschung der deutschen Salzlagerstätten hat daher erst infolge der außerordentlichen Aufschlußtätigkeit in der Zeit von 1895 bis 1914 wesentliche Fortschritte gemacht und zwar besonders auf tektonischem Gebiete. Auf Grund eines umfangreichen Materials, wie es in den Archiven der Preußischen Geologischen Landesanstalt gesammelt vorliegt, ist es jetzt möglich, auch in stratigraphischer Beziehung ein vollständigeres Bild der Zechsteinformation zu entwerfen, das zu mannigfachen Schlüssen über die Entstehung der Salze und über die Paläogeographie der Zechsteinzeit berechtigt. Die Entstehung der Salze, die den Oberen Zechstein zum größten Teil aufbauen, läßt sich nicht ohne eingehende Berücksichtigung ihres vom Mittleren und Unteren Zechstein gebildeten Fundaments verstehen. Der deutsche Zechstein soll daher in seinem stratigraphischen Aufbau als ein Ganzes betrachtet, aber gleichzeitig nach regionalen Unterschieden zergliedert werden. Für die salzführenden Zechsteingebiete lassen sich drei verschiedene Schichtenfolgen unterscheiden, das Hauptprofil (für Nord- und Mitteldeutschland), das Hessisch-thüringische Profil und das Niederrheinprofil, von denen die beiden ersten in der beigefügten Übersicht mitgeteilt sind. Zusammenfassende Darstellungen des niederrheinischen Zechsteins, über den Krusch, Wunstorf und Fliegel wertvolle Angaben veröffentlicht haben, werden besser verschoben, bis die dortige Salzlagerstätte durch Bergwerke erschlossen sein wird. Das Jüngere Kalilager und das Mittlere Jüngere Steinsalz des Hauptprofils sind in ihrer Verbreitung; auf die Umgebung der Stadt Hannover beschränkt. Auch sonst sind lokale Abweichungen von den angegebenen Profilen häufig. ...